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Die richtige Bewerbung

Im Vorstellungsgespräch mit Englisch punkten

G. Winkler, S. Özden
Fremdsprachenkenntnisse sind ein Muss bei der Bewerbung um einen attraktiven Job. Halten Sie Ihr Wissen nicht hinterm Berg. Ein Vorstellungsgespräch in Englisch kann einige Türen öffnen.
Ein Vorstellungsgespräch in einer Fremdsprache muss trainiert werdenFoto: © Yuri Arcurs - Fotolia.com
Werben Sie für Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung. Auf ein Jobinterview in einer Fremdsprache kann man sich vorbereiten, weiß Bewerbungsberater Gerhard Winkler.Zeigen Sie, was Sie können:

Die besten Jobs von allen

Kommunizieren Sie Ihre Englisch-, Französisch- oder Spanischkenntnisse beim Bewerben mit allen Tricks. Denn ohne Fremdsprachen läuft gar nichts. Zwischen Ihnen und dem Job stehen zwei Sorten von Menschen: Die einen schauen aufs Papier. Die anderen achten darauf, was Sie gerade machen. Bedienen Sie zunächst die Zertifikatsgläubigen. Es gibt keinen Personaler, den eine kurz gehaltene, mit nachprüfbaren Fakten gespickte Leistungsübersicht nicht zum Auswerten anregt. Verschaffen Sie dem Rekrutierer oder Manager, der die Sprache eines Auslandsmarktes nicht spricht, Vertrauen in Ihre Sprachkompetenz. Dabei helfen Ihnen der Business-konforme Kurstitel, die feine Lernadresse, der hohe Punktestand oder das Zertifikat im Siegerurkunden-Layout. Legen Sie diese Nachweise Ihrer Bewerbung bei. Tragen Sie zudem Ihre Kenntnisse im Lebenslauf unter "Weiterbildung" ein: 01/07 - 08/07 Kurstitel, Institution, Ort, Zertifikat (mit Punktzahl). Lernprojekte, die Sie aus eigenem Antrieb verfolgt haben, die Ihren Handlungsspielraum im Beruf erweitern, blinken aus jedem Absolventenlebenslauf golden hervor. Die zweite oder dritte Sprache, die man aus freien Stücken neben den Pflichtveranstaltungen in Wirtschaftsenglisch erlernt, verdeutlicht, dass Sie sich selbst fordern. Das erfreut jeden, der Sie in die Pflicht nehmen soll und Sie darauf abklopft, ob Sie auch seinen harten Jobanforderungen genügen.Nennen Sie Zertifikate:Für den Berufsstarter gilt: Schön, wenn Sie Ihre Kenntnisse im Lebenslauf notieren. Noch besser, wenn die Abschlüsse anerkannt sind. Führen Sie Ihre Sprachtrainings deshalb möglichst zu einem zertifizierten Abschluss. Auf der sicheren Seite sind Sie mit folgenden Zertifikaten: TOEFL (Test of English as a Foreign Language), TFI (Test de Francais International), DELE (Diplomas Oficiales de Español como Lengua Extranjera), BEC (Cambridge Business English Certificate), LCCI (den Qualifizierungen der London Chamber of Commerce and Industry) oder den Europäischen Sprachzertifikaten für Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch (telc). Den Test of English for International Communication (TOEIC) setzen Unternehmen bereits zur internen Kontrolle von Lernleistungen ihrer Mitarbeiter ein. Internationale Unternehmen verlangen häufig das erfolgreiche Bestehen als Nachweis der Einsetzbarkeit in einem anderen Land. Firmen, die ihre Mitarbeiter entwickeln, haben auch ein Bildungscontrolling. Die Personaler dort wissen um den Wert qualifizierter Nachweise. Erwähnen Sie im Jobinterview, dass Sie nicht nur beim Sprachenlernen valide Ergebnisse liefern.Bewerten Sie Ihr Wissen:Im Lebenslauf notieren Sie Ihre Lernanstrengungen am besten unter "Weiterbildung", und Sie bewerten Ihr Englisch, Französisch oder Mandarin zusätzlich unter der Rubrik "Kenntnisse".
- "Verhandlungssicher" ist ein Äquivalent für perfekt. Ohne mehrmonatiges Auslandspraktikum kommen Sie nicht dahin. 
- "In Wort und Schrift" meint sicher, flüssig und fehlerfrei, egal ob Sie präsentieren, mailen oder telefonieren. 
- "Gute Kenntnisse" haben Sie, wenn Sie wohl fleißig gelernt, aber nicht länger aus Deutschland herausgekommen, beziehungsweise nicht in die beruflich veranlasste Kommunikation hineingekommen sind.
- "Ausbaufähige Grundkenntnisse" oder "Schulkenntnisse" signalisiert, dass man sich vielleicht ein Bier bestellen kann, darüber hinaus aber ziemlich aufgeschmissen ist.
Die Qualität Ihrer Sprachkenntnisse vermerken Sie auch im Anschreiben. Dass Sie in Ihren Lern- und Arbeitsphasen in London, Paris oder Madrid Ihre Sprachfähigkeiten vertieft und poliert haben, brauchen Sie nicht gesondert anzumerken. Sie ziehen im Anschreiben niemals Schlussfolgerungen, die auf der Hand liegen.
Üben Sie fürs Interview:Wenn Englisch im Job verlangt wird, haben Sie Englisch im Jobinterview zu liefern. Manager steigen von einem Satz zum anderen in die geforderte Zielsprache um - wenn sie nicht gleich von Anfang an das Gespräch in ihr führen. Rüsten Sie sich deshalb ernsthaft dafür, die Sprachenwechsler zu bedienen. Geht es also um Positionen, bei denen die Sprachkompetenz mit entscheidet, dann polieren Sie Ihre Fremdsprache(n). Wenn der Interviewer die Sprachkenntnisse nicht schon im Vorstellungsgespräch überprüft, schickt man den Kandidaten gerne zum Sprachtest. Ihr Studium war ein mehrjähriges Übungsfeld, um sich in freier Rede, sachbezogener Diskussion und im schriftlichen Ausdruck zu perfektionieren. Falls Sie erst kurz vor dem Jobinterview dazu kommen: Erarbeiten Sie in der Zielsprache Ihre Bewerberstory, Ihren bisherigen Werdegang. Bereiten Sie sich darauf vor, über Ihr Studium, Ihre praktischen Einsätze, das Unternehmen und vor allem über die anstehenden Aufgaben zu sprechen. Dazu brauchen Sie einen Sparringspartner, der Sie zudem mit den Standard-Interviewfragen löchert. Falls man sichere Sprachkenntnisse verlangt, sie aber weder im Interview noch im Job abruft, tun Sie bitte alles, um sich auf dem Stand zu halten. Als Ihr Bewerbungshelfer weiß ich: Der nächste Wechsel kommt bestimmt.Gerhard Winkler ist Bewerbungsberater. Er betreibt die Karriere-Webseite www.jova-nova.comWas Personaler nervt: "2006 haben wir 40.000 Bewerbungen erhalten. Wir haben 400 neue Mitarbeiter eingestellt und 400 Ausbildungsplätze sowie 820 Praktikantenstellen besetzt. Continental hat Produktionsstandorte in über 100 Ländern. Die Unternehmenssprache ist Englisch, deshalb verlangen wir für alle Stellen gute bis sehr gute Englischkenntnisse. Hierbei schauen wir nicht auf Tests, sondern überprüfen die Sprachfähigkeit. Auf dem Papier haben fast alle Bewerber fließende oder sogar verhandlungssichere Englischkenntnisse. Leider hapert es damit in der Praxis oft. Im Vorstellungsgespräch wechsele ich immer ins Englische. Verlangen wir eine weitere Sprache, ziehen wir immer jemanden hinzu, der diese Sprache beherrscht. "Muss ich jetzt Englisch sprechen?", werde ich dann oft gefragt. Ich reagiere nicht, sondern spreche weiter Englisch. Manche Bewerber sagen dann, dass sie sich darauf nicht vorbereitet haben. Ich habe auch schon erlebt, dass einer sagt: "Ich bin heute nicht in der Stimmung, Englisch zu sprechen." Das ist für uns ein Knock-out-Kriterium. In manchen Interviews bleiben die Kandidaten recht einsilbig. Ich versuche ihnen dann die Nervosität zu nehmen. Ich finde es bedenklich, dass ich immer noch viele Bewerbungen ohne Auslandsaufenthalt bekomme."Sehnaz Özden, Konzernweite Leitung Recruiting Center, ContinentalAuf den Punkt: Konkretes Anschreiben statt langer FloskelnNicht ablenken: Gehören Hobbys in den Lebenslauf?Bitte lächeln: Professionelle Fotos für den Lebenslauf
Dieser Artikel ist erschienen am 01.09.2007

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