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Gehaltsverzicht für Traumjob
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Berufswahl

Gehaltsverzicht für den Traumjob

Stefani Hergert
Berufseinsteiger sind durchaus kompromissbereit, wenn sie einen Job bei ihrem Traum-Arbeitgeber in Aussicht gestellt bekommen. Je nach Branche gibt es aber große Unterschiede: Mal ist es die Unternehmenskultur, die ein geringeres Grundgehalt aufwiegt, mal fallen internationale Karriereaussichten oder soziales Engegament in die Waagschale.
Für Wirtschaftsstudenten und angehende Ingenieure ist die Sache recht klar: Arbeiten würden die meisten von ihnen gerne bei den deutschen Autobauern. Ob Audi, BMW, Daimler, Porsche oder Volkswagen – diese Hersteller landen bei Befragungen wie dem Trendence Graduate Barometer auf den ersten Plätzen.

Wer als Arbeitgeber beliebt ist, findet leichter guten Nachwuchs, von dem es in Zukunft immer weniger geben wird. Das Arbeitgeberimage wird daher noch wichtiger.

Weniger Geld – mehr Renomee

Forscher der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen haben sich mit der Agentur Schindler-Parent 20 Großunternehmen einmal genauer angeschaut. Ihr Fazit: Zu manchen wollen Absolventen nur, wenn sie ein Viertel mehr Gehalt bekommen, bei anderen steigen sie auch mit einem Zehntel weniger Geld gerne ein. Und das nur wegen des Rufs, den ein Arbeitgeber hat.

Dass die Autobauer zu den beliebtesten Arbeitgebern Deutschlands zählen, zeigt auch diese bisher unveröffentlichte Studie. "Mitarbeiter würden im Schnitt auf 6,2 Prozent ihres Gehalts verzichten, um hier arbeiten zu können", sagt Peter Kenning, einer der Autoren. Rund sieben Prozent mehr Lohn müssen hingegen Arbeitgeber in kleinen Städten drauflegen.

Wertvolle Arbeitgebermarken

Auf fast 20 Prozent des Gehalts würde ein neuer Mitarbeiter verzichten, wenn er bei BMW in München anfangen könnte. Der bayerische Hersteller hat damit den höchsten Wert der 20 Firmen in der Studie, die Autoproduzenten, Medien- und Pharmaunternehmen sowie Banken und Finanzfirmen vergleicht.

Allerdings hängen nur etwas mehr als zehn Prozent Einkommensverzicht mit der Strahlkraft von BMW zusammen, der Rest, weil potenzielle Mitarbeiter Branche und den Standort attraktiv finden.

Die wertvollsten Arbeitgebermarken haben neben BMW die Deutsche Bank, Deutsche Börse und Audi, auf den hintersten Plätzen landen die Aareal Bank, Merck, MLP und Constantin Medien.

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