Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Bewerbung

Ein gutes Bewerbungsfoto braucht Zeit

Olga Gala / Zeit.de
Je gelungener das Bewerbungsfoto, umso größer sind die Chancen auf ein Vorstellungsgepräch. Eine Bewerbungstrainerin und ein Fotograf erklären, welches Outfit sich am besten eignet und warum ein Lächeln nicht immer einen positiven Eindruck vermittelt.
Das Foto kann über den Erfolg der Bewerbung entscheidenFoto: © © Andre Bonn - Fotolia.com
Aus dem Automaten darf das Bewerbungsbild nicht kommen. Es sollte freundlich aussehen, aber nicht übertrieben und die guten Seiten eines Jobanwärters unterstreichen. Eigentlich, sagt die Bewerbungstrainerin Maike Jaschok, werden viele Ansprüche an das Bild auf der Mappe gestellt. Möglicherweise zu viele. Dabei ist es seit August 2006 nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) nicht einmal mehr zwingend notwendig, überhaupt ein Bewerbungsfoto den Unterlagen beizulegen. Allerdings ist es nach wie vor Standard. Bewerbungen ohne Foto werden oftmals schon beim ersten Sichten aussortiert. "Der Blick geht immer zuerst auf das Bild", sagt die Beraterin. Darum empfiehlt sie ihren Kunden, immer ein Foto miteinzureichen. Aber eben nicht irgendein Foto, sondern ein gepflegt wirkendes Foto, das von einem professionellen Fotografen gemacht wurde, der sich Zeit für seinen Kunden und sein Anliegen nimmt.Sich Zeit für das Foto nehmenDer Fotograf Jörg Klampäckel ist so einer, der darauf achtet, sich viel Zeit für seine Kunden zu nehmen. Gute Porträtfotos für Bewerbungen schießt man nicht mal eben in fünf Minuten, sagt er. Ein guter Fotograf führe ein längeres Gespräch und mache erst einmal eine Reihe Probeaufnahmen. Zu wissen, was den Kunden auszeichnet, für welche Position und bei welcher Firma er oder sie sich bewirbt, seien grundlegend, um ein gutes Foto anzufertigen. Auch gebe es nicht nur ein Motiv, sondern eine ganze Reihe, aus der dann etwa vier bis sechs Fotos ausgewählt werden.Und zwar in verschiedenen Outfits. Bereits vor dem Termin beim Fotografen sollte überlegt werden, in welcher Kleidung man sich fotografieren lässt. Jaschok rät dazu, mindestens zwei Outfits mitzunehmen. Das erhöht die Auswahl der Motive und verhindert, dass der Hintergrund im Studio nicht passt. Der Hintergrund sollte nicht von der Person ablenken – und sie auch nicht verschluckt. Farben, die sich gut für Hintergründe eignen, seien braun, grau und blau, sagt Trainerin Jaschok. Elegant wirke es, wenn die Farben des Bewerbungsbildes zu der Farbe der Bewerbungsmappe passen.Jörg Klampäckel empfiehlt außerdem einen Hell-Dunkel-Kontrast im Bewerbungsbild. Der Kleidung hingegen misst er eine eher geringe Bedeutung bei, schließlich sei oft nicht mehr als die Krawatte oder der Kragen der Bluse zu erkennen. Dagegen rät er, keine kurzärmligen Kleidungsstücke zu tragen. Dem Foto könne man nämlich so ansehen, dass es im Sommer gemacht wurde. Für eine Bewerbung im Winter könnte es von Nachteil sein, weil der Personalchef den Eindruck gewinnen könnte, der Bewerber suche schon seit einem halben Jahr nach Arbeit und komme nirgendwo unter.Das Outfit auf das Berufsziel abstimmenDiese Bedenken teilt Bewerbungstrainerin Maike Jaschok nicht. Sie hat dafür andere und rät ihren Kunden zu gedeckten Farben, aber bloß nicht ausschließlich Schwarz oder Weiß. Sowohl bei schwarzer als auch weißer Kleidung seien nämlich keine Konturen zu erkennen, sodass die Person eher blass wirke. Natürlich, räumt sie ein, komme es auch darauf an, wo man sich bewirbt. Das Äußere sollte zur Firmenkultur passen, erklärt die Bewerbungscoacherin. Ein Hemd ohne Krawatte reiche für eine Stelle als Handwerker aus, für den Posten in der Bank sei ein Sakko hingegen Pflicht. Und eine junge Frau, die in die Modebranche will, sollte auch modisch gekleidet sein.

»»» Berufsziele verändern sich im Laufe des Lebens. Das entspricht nicht nur den persönlichen Befindlichkeiten, sondern ist auch den Veränderungen in der Arbeitswelt geschuldet, die zum Teil dramatisch schnell vonstattengehen. "Digitalisierung" und "Industrie 4.0" seien hier nur beispielhaft als Stichworte genannt.

Über moderne Berufsbilder und veränderte Anforderungen in den Branchen geben die JobAgenten Aufschluss. Dort sind auch hochaktuelle Stellenangebote zu finden.  
Anne_Koschik_1     

Anne Koschik
ist bei karriere.de Expertin für den Jobmarkt 

Neben der Branche, in der man sich bewirbt, spiele auch das Alter eine Rolle. Ein Jugendlicher auf der Suche nach einer Lehrstelle könne sich in einem lockeren Outfit fotografieren lassen, der Uniabsolvent mit Karriereambitionen hingegen nicht mehr. Ältere Bewerber sollten darauf achten, was sie in ihrer früheren Berufslaufbahn gemacht haben und sich überlegen, ob sie da anknüpfen wollen oder einen völlig neuen Weg einschlagen möchten. Faustregeln gebe es allerdings nicht, betont Klampäckel. Die Kleidung müsse zu dem jeweiligen Menschen und der Position passen.Erste Eindrücke von dem perfekten Foto gibt es in dieser Bildergalerie
 

Karriere | Service

Gehälter