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Bewerbungsmappe

Du sollst nicht lügen

Teil 2: Dr. Fake

Die meisten Mogel-Bewerber werden allerdings nicht kriminell, sondern faken nur ihre Qualifikationen. Aber Mitarbeiter, die nicht das leisten, was sie versprechen, kosten ebenfalls.Die meisten Fälschungen sind allerdings eher harmlos: Zeiten der Arbeitslosigkeit werden mit der Angabe einer Selbstständigkeit kaschiert. Oft kommt es aber auch vor, dass Bewerber Texte von Namensvettern, etwa als Beleg für selbst veröffentlichte Publikationen, verwenden. Und manche eignen sich Titel an. "In einem Fall hat ein Bewerber das Zeugnis der Lebensgefährtin als Vorlage für ein gefälschtes Diplom genommen. So wurde er zum Diplom-Ökonomen und der Arbeitgeber wunderte sich über mangelnde Fachkenntnisse", berichtet Lotze.Der Detektiv empfiehlt Personalern daher, auf die Details in der Bewerbungsmappe zu achten. Bei Zeugnissen beispielsweise sollte auf ein fehlendes oder falsches Wasserzeichen geachtet werden. Auch das Ausstellungsdatum eines falschen Zeugnisses ist eine beliebte Fehlerquelle. "Kein Chef stellt ein Zeugnis an einem Sonntag aus", sagt Lotze.

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Ein weiterer Rat: Den Textinhalt des Bewerbungsschreibens mit denen der Arbeitgeberzeugnisse zu vergleichen. Gleicht sich der Wortlaut beider Dokumente, so liegt der Verdacht einer Fälschung nahe. "Viele Personalchefs lassen sich die Originalunterlagen, beispielsweise Zeugnisse oder Empfehlungsschreiben, nicht zeigen. Das ist ein Fehler. Nur anhand von Kopien ist es schwer, Fälschungen nachzuweisen – selbst für uns Profis", sagt Lotze.Kein KavaliersdeliktEine Bagatelle ist das Fälschen des Lebenslaufs und der Bewerbungsunterlagen nicht. Wer einen Titel zu Unrecht führt, kann wegen Titelmissbrauchs rechtlich belangt werden. Von der Urkundenfälschung, der man sich beim Fälschen des entsprechenden Nachweises schuldig macht, ganz zu schweigen.Häufig belassen es die Unternehmen dabei, den Betrügern eine Absage zu schicken. Manche erstatten allerdings auch Anzeige. Fliegt der Schwindel auf, geht es an den Geldbeutel der unehrlichen Bewerber. "Ein veränderter Lebenslauf bedeutet eine Täuschung. Und eine Täuschung liegt nah am Betrugsdelikt, weil man sich einen Vorteil verschafft hat. Der Vorteil ist das höhere Einkommen, welches einem aufgrund vorgetäuschter, nicht vorhandener Kompetenz nicht zusteht. Vor Gericht wurde entschieden, dass Betrüger ihrem ehemaligen Arbeitgeber das zu viel erhaltene Gehalt zurückzahlen müssen – und einen Schadensersatz noch oben drauf", erklärt der Detektiv.(Zuerst erschienen auf ZEIT ONLINE)Lesen Sie mehr zum Thema "Lebenslauf":
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Dieser Artikel ist erschienen am 19.11.2010
 

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