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Nicht stressen lassen im Bewerbungsgespräch!
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Bewerbungsgespräch

Bloß kein Seelenstriptease!

Teil 2: Emotionales außen vor lassen

Wie aber auf Fragen nach der Vorgeschichte reagieren: Sollen die Bewerber verschweigen, dass sie getriezt wurden, dass das Unternehmen Karriereversprechen nicht einlöste und dass es aufgrund schlechter Organisation drunter und drüber ging? Sollen sie gar lügen?

"Das ist nicht notwendig", sagt Susanne Triebs. Sie empfiehlt Kandidaten, Erlebtes stets auf die Tatsachen zurückzuführen und Emotionales außen vor zu lassen

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Der Fall von Verena Grashoff reduziere sich so auf "eine Verknappung des Verantwortungsspielraums" – und die lasse sich im Bewerbungsgespräch durchaus feststellen, ohne ins Lästern zu verfallen.

Kein Makel, wenn die Chemie nicht stimmt

Schließlich werden in jedem Unternehmen Verantwortlichkeiten geändert und Stellen gekürzt. Da ist es problemlos möglich, seine "unerfreuliche" Vorgeschichte unverfänglich zu schildern: "Ich hatte mir meine weitere Entwicklung anders vorgestellt. Doch die Marktsituation lässt das gerade nicht zu.

Dass man nicht weit über die Probezeit hinausgekommen ist, sei auch nicht unüblich und dürfe ruhig einmal im Lebenslauf stehen, findet Job-Beraterin Triebs. Angela Schmidt von Lee Hecht Harrison sieht das ähnlich. Ein Bewerber könne sogar zugeben, dass "die Chemie nicht gestimmt hat". Denn diese Erfahrung machten selbst die sympathischsten Menschen. "Das ist kein Makel.

Vorher ausmisten

Um solche Erklärungen überzeugend zu vertreten, müssen Bewerber ihre Schwierigkeiten allerdings vor einem Job-Interview aufarbeiten. "Wer mit dem Opfergefühl oder unter Druck in das Gespräch geht, hat schlechte Karten", weiß Angela Schmidt

Sie rät, zusammen mit Freunden das alte Problem zu reflektieren und sich innerlich davon zu befreien

Mit einer "aufgeräumten" Grundeinstellung ist es für Bewerber viel einfacher, sich souverän vorzustellen. Für Fragen, die Konflikte, Kritik oder Misserfolg zum Inhalt haben, empfiehlt Karriere-Beraterin Susanne Triebs, sich Beispiele zurechtzulegen. So werde man nicht verleitet, über das Unternehmen vom Leder zu ziehen, und könne das Augenmerk auf die getroffene Entscheidung lenken, die Entschlossenheit und Engagement beweise

 

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