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Assessment Center

Bewerber im Stresstest

Teil 2: Deutschen fragen aus dem Bauch heraus

Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern gibt es neben schlechten AC noch andere Probleme. Ausgerechnet das unstrukturierte Einstellungsgespräch ist hierzulande sehr beliebt: Ein Personaler und der Bewerber unterhalten sich über dies und das, einen roten Faden gibt es nicht. Dabei ist längst erwiesen, dass unstrukturierte Einstellungsgespräche die geringste Aussagekraft über den späteren beruflichen Erfolg eines Bewerbers haben. Bei den Gesprächen kommt es nur auf das Bauchgefühl des Personalmanagers an, wissenschaftlich fundiert sind sie nicht. Wie Personalrekrutierung gelingen kann, könnte Deutschland von anderen europäischen Ländern lernen. Dort spielen etwa Intelligenztests eine große Rolle. In Großbritannien arbeiten 69 Prozent der Unternehmen mit Persönlichkeitstests, in Spanien sogar 74 Prozent. In Deutschland testen gerade einmal 13 Prozent der Unternehmen ihre potenziellen Mitarbeiter mit Intelligenz- oder Persönlichkeitstests. "Wer kognitiv leistungsstark ist, verspricht auch im späteren Beruf gute Leistungen zu erbringen", sagt Schermuly.Bewertungskriterien kombinierenExperten empfehlen Unternehmen deshalb eine Mischung aus verschiedenen Bewertungsinstrumenten. So könnte ein Intelligenz- und Persönlichkeitstest zum Beispiel ins Assessment-Center einfließen. Und auf ein Einstellungsgespräch müssen die Personalchefs in Zukunft gar nicht verzichten: "Wichtig ist nur, dass dieses Gespräch strukturiert ist und alle Bewerber ähnliche Fragen beantworten müssen", sagt Schermuly. Ansonsten sei es schwer, die Bewerber zu vergleichen.

Die besten Jobs von allen

Eine wichtige Rolle bei der Suche nach neuem Personal spielt mittlerweile auch das Internet. Auf der Webseite der Berliner Psychologen können Personalmanager kostenlos einen Fragebogen ausfüllen so ihr AC mit anderen vergleichen. Auch als Recherchequelle für Bewerber hat das Internet längst die Tageszeitung abgelöst.Soziale NetzwerkeDer neueste Trend ist die Jobsuche in sozialen Netzwerken. Für Unternehmen werde es deshalb immer wichtiger, sich in sozialen Netzwerken wie Facebook zu präsentieren, sagt Jan Kirchner von der atenta Personalberatung. "Denn wegen des zunehmenden Fachkräftemangels können sich gut ausgebildete Bewerber schon bald aussuchen, wo sie gerne arbeiten möchten."(Zuerst erschienen auf ZEIT ONLINE)
Dieser Artikel ist erschienen am 30.09.2010
 

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