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Bewerbungsmappe

"Allzu perfekte Bewerber sind nicht authentisch"

Teil 2: Die größten Sünden

Der größte Faux-pas, den ein Bewerber begehen kann, ist, das gleiche Anschreiben an mehrere Firmen zu schicken. Damit setzen Bewerber ihre Chancen immens herab. „Postwurfsendungen“, „Massenanschreiben“ – Personaler haben viele Ausdrücke dafür. Das gilt inbesondere für E-Mail-Bewerbungen, bei denen es einfach ist, eine Vorlage an mehrere Unternehmen zu senden.Bei der digitalen Bewerbungsvariante spielt zusätzlich die Dateigröße eine Rolle. Robert Szwedo von der Axa rät, eine einzige Datei von nicht mehr als zwei bis drei Megabyte zu verschicken. „Größere Dateien werden manchmal von der Firewall blockiert.“Geblümtes Briefpapier ist tabu

Die besten Jobs von allen

Wer sich initiativ bewerben will, hat bei den meisten Personalern gute Karten. Die Deutsche Bank beschränkt das Angebot allerdings auf Kandidaten mit Joberfahrung. Solche Bewerber sollten stets eine Wunschposition angeben, um ihre Zielstrebigkeit zu zeigen. Auch wenn die Bewerbung nicht auf ein konkretes Job-Angebot hin erfolgt, muss sie nicht künstlich Aufmerksamkeit erregen. „Wir lesen jede Bewerbung. Das ist eine Frage des Respekts, denn der Bewerber hat sich Mühe gemacht“, versichert Jens Lautenschläger. Er ist Abteilungsleiter Personalmanagement bei der Postbank.Mit Bewerbungsmappen in Hochglanzoptik, flippigen Fotos oder geblümten Briefpapier laufen Bewerber Gefahr, sich zu blamieren. „Redegewandtheit und die Kunst sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und eine prägnante Aussage, wodurch sich der Bewerber von anderen Bewerbern positiv abhebt – das weckt mein Interesse“, sagt Lautenschläger.Den richtigen Ton in Anschreiben und Lebenslauf zu treffen, fällt vielen Bewerbern schwer. Michael Schöner von der ING Diba empfiehlt, sich Werbung und Internetauftritt der Firma anzusehen: „Wie ein Unternehmen mit seinen Kunden kommuniziert, ist ein guter Indikator für den Ton in der Belegschaft.“Falls Kandidaten unsicher sind, ob sie den Anforderungen genügen, oder welche Dokumente wirklich wichtig sind, lohnt ein Anruf im Unternehmen. Er verhilft mitunter zu einem positiven ersten Eindruck, denn der Personaler merkt, dass sich der Bewerber mit der Firma auseinandersetzt. Schöner: „Wer sich am Telefon geschickt verhält, hat schon seine erste Visitenkarte hinterlassen.“
Dieser Artikel ist erschienen am 07.12.2010
 

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