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Bewerbungsmappe

"Allzu perfekte Bewerber sind nicht authentisch"

Katharina Hodes
"Teamfähig, belastbar, effektiv" - Sind das die Eigenschaften, die ein Personaler von seinen Bewerbern erwartet? Ernüchternd ist: Personalleiter suchen nicht den rundum perfekten Bewerber, sondern jemanden, der für die offene Stelle wie maßgeschneidert ist.
Gesucht wird ein Profil, das ins Unternehmen passtFoto: © Franz Pfluegl - Fotolia.com
Zwei von drei deutschen Personalern entscheiden anhand der Bewerbungsmappe in weniger als zehn Minuten, ob ein Bewerber in Frage kommt. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Personaldienstleisters Robert Half. Bei ihrer schriftlichen Bewerbung sollten Kandidaten also alle Register ziehen. Doch wie können Bewerber auf wenigen Seiten einen fremden Menschen von ihrer Eignung überzeugen?Im Grunde suchen alle Personalentscheider im Anschreiben nach denselben Dingen. Robert Szwedo, Abteilungsdirektor Personalmanagement des Versicherers Axa, sagt stellvertretend für seine Kollegen: „Ich suche gezielt nach Ankerpunkten, wie Ausbildungen, Praktika oder Diplomarbeitsthemen, die für das gesuchte Profil relevant sind.“

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Neben ihrer Paßgenauigkeit müssen Bewerber glaubhaft vermitteln, warum sie sich für ein Unternehmen entschieden haben und welchen Mehrwert sie bieten können, heißt es aus der Deutschen Bank.Diese drei Punkte bilden eine gute Gliederung für das Anschreiben. Die Kunst liegt allerdings darin, sich kurz zu fassen. Floskeln sollten sich Kandidaten sparen, genauso wie leere Adjektive wie „teamfähig, motiviert und stressresistent“, die sich nicht durch konkrete Beispiele belegen lassen.Der Personalvorstand der Versicherungsfachgruppe HDI, Thomas Emmert, rät auch davon ab, die Beschreibungen aus Stellenangebot oder Bewerberratgebern zu kopieren: „Klingt ein Bewerber zu perfekt, glaube ich ihm das nicht.“ Authentischer dagegen ist es, seine Persönlichkeiten indirekt vorzustellen, etwa über eventuelle Nebentätigkeiten während des Studiums.Bewerbung ist erste ArbeitsprobeAuf die äußere Form der Unterlagen legt jeder Personaler viel Wert, wie die Studie von Robert Half zeigt. Nur 1,8 Tippfehler akzeptieren deutsche Personaler im Durchschnitt und achten somit strenger auf korrekte Orthografie als alle Vertreter anderer Nationen. Nur die wenigsten Personaler tolerieren mangelnde Sorgfalt bei der „ersten Arbeitsprobe“.Dagegen werden fehlende Unterlagen, wie ein Abschlusszeugnis, das die Hochschule noch nicht erstellt hat, als weniger gravierend eingestuft. „Der Bewerber genießt einen Vertrauensvorschuss, und kann die fehlenden Dokumente problemlos nachreichen“, sagt Michael Schöner, Abteilungsleiter Personalbetreuung bei der Direktbank ING Diba. Thomas Emmert rät dazu, Lücken in der Mappe kurz im Anschreiben anzusprechen: „Dann erst habe ich das Gefühl, dass der Kandidat nichts zu verbergen hat.“
 

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