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Aller Anfang ist schwer

Teil 3: Entscheidender Small Talk

Einstiege ins Vorstellungsgespräch

Die ersten Minuten im Vorstellungsgespräch sind immer die leichtesten. Wirklich? Der Smalltalk um Anfahrt, Getränke und Wetter kann mitentscheiden über top oder hopp.

Hier zeigen wir Ihnen fünf Klassiker – und wie Sie am geschicktesten reagieren.
"Nehmen Sie bitte noch einen Moment Platz, der Herr Huber wird gleich hier sein":
Viele Personaler vertrauen auf die Menschenkenntnis ihrer Sekretärin und fragen sie nach ihrer Einschätzung eines Bewerbers. Lautet das Urteil "Wirkte auf mich mufflig und arrogant", ist das Rennen unter Umständen gelaufen. Bevor es also zum Chef reingeht, wechseln Sie ruhig ein paar nette Worte mit der Assistentin, aber fragen Sie sie nicht aus. Hier dürfen Sie auch eine kleine Schwäche zugeben: "Ich bin ganz schön nervös." Vermutlich ringen Sie ihr damit ein Lächeln und ein paar beruhigende Worte ab – und schon ist das Eis gebrochen.
"Haben Sie gut hergefunden?":
Nicht besonders originell als Einstiegsfrage, aber immer noch der beliebteste erste Satz nach der Begrüßung. Tappen Sie jetzt bloß nicht in die Geschwätzigkeitsfalle. Den Personaler interessiert es einen feuchten Kehricht, ob Sie Ihren Bahnanschluss verpasst haben oder Ihr Navigationsgerät auf halber Strecke den Geist aufgegeben hat. Selbstverständlich haben Sie sich gut vorbereitet und souverän hergefunden. Und so fällt Ihre Antwort kurz und immer positiv aus: "Ja, danke schön. Die Anfahrtskizze auf Ihrer Homepage war sehr hilfreich." Oder augenzwinkernd: "Ganz problemlos. Ihre Firmenzentrale leuchtet ja schon von weitem in der Sonne."
"Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?":
Das Angebot auf jeden Fall dankend annehmen! Ein Vorstellungsgespräch kann durchaus zwei Stunden dauern, und davon reden Sie idealerweise 70 Prozent der Zeit. Das macht einen trockenen Mund. Kaffee und Mineralwasser dürften für die meisten Unternehmen kein Problem sein. Wenn Sie Tee- oder Cola-Trinker sind, wird's schon schwieriger. Versuchen Sie, so wenig Umstände wie möglich zu machen, und nehmen Sie, was angeboten wird. Alkohol geht – klar – gar nicht. Wenn Sie beim Wasser die Wahl haben, entscheiden Sie sich für die stille Quelle. Aufstoßen kann peinlich sein.
"Ganz schön heiss/kalt/nass heute":
Der Klassiker schlechthin. Auch wenn es Spannenderes gibt, als über das Wetter zu reden: Nutzen Sie diese Chance, sich als sympathischer Mensch zu präsentieren, der auch über Nichtigkeiten nett parliert. Der Trick dabei: Gehen Sie nicht nur auf die Feststellung ein, sondern erzählen Sie auch etwas über sich persönlich – positiv, versteht sich. Zum Beispiel: "Ja, endlich richtiges Winterwetter! Ich habe meiner Nichte versprochen, am Samstag mit ihr rodeln zu gehen, da darf es jetzt ruhig kräftig schneien." Aber damit sollte es auch genug sein. Das Thema Wetter ist schließlich nur Aufwärmübung.

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"Ich habe gesehen, Sie haben auch BWL in Köln studiert. Wie geht es denn Professor Holland?":
Eine solche Frage ist ein wahres Geschenk. Wer Gemeinsamkeiten entdeckt – sei es die gleiche Uni oder das gleiche Hobby –, der entwickelt Sympathien für seinen Gesprächspartner. Darauf lässt sich aufbauen, denn Chefs verlieren ihr Pokerface, wenn der Bewerber im gleichen Golfclub spielt. Haben Sie jedoch keine Ahnung, wie es Professor Holland geht, dann geben Sie das ruhig zu. Aber erklären Sie, warum – etwa, weil Sie einen anderen Studienschwerpunkt gewählt haben. Tun Sie auf keinen Fall so, als seien Sie Hollands Liebling gewesen. Schwindeleien fliegen ganz schnell auf. Und es soll Personaler geben, die die Glaubwürdigkeit eines Bewerbers überprüfen, indem sie einen Namen erfinden. Wer hier eifrig behauptet: "Ja, den kenne ich gut", kann gleich einpacken.

Der Artikel wurde zuerst am 1.12.2006 veröffentlicht.
Dieser Artikel ist erschienen am 05.03.2014
 

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