Arbeitsvertrag

Zeitlich befristet - welche Rechte hat der Arbeitnehmer?

Wiebke Baden
Verlängert sich das befristete Arbeitsverhältnis, wenn eine Angestellte im befristeten Arbeitsverhältnis schwanger wird?
Leider nein. Auch schwangere Frist-Arbeiterinnen genießen keinen besonderen Kündigungsschutz. Der Vertrag läuft trotzdem zum vereinbarten Zeitpunkt aus. Eine Schwangerschaft ändert nichts an dem Arbeitsverhältnis, weder wird es dadurch verkürzt noch verlängert. Fällt die Schwangerschaft mitten in die Vertragslaufzeit hat die Arbeitnehmerin natürlich ganz normal Anspruch auf den gesetzlichen Mutterschutz.
Welche grundsätzlichen Nachteile hat eine befristete Stelle?
Der größte Nachteil einer befristeten Stelle ist, dass der Arbeitnehmer leichter gekündigt werden kann. Wenn das Arbeitsverhältnis ausläuft und beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen nicht verlängert wird, hat der befristete Mitarbeiter zudem fast nie einen Anspruch auf eine Abfindung wie sie bei unbefristeten Mitarbeitern aushandelbar wäre. Die große Unsicherheit für die Arbeitnehmer ist gleichzeitig auch der größte Vorteil für den Chef. Zudem gibt es für Behinderte und Schwangere keine besonderen Regeln zum Kündigungsschutz. Ob befristete Arbeitnehmer weniger verdienen und mehr Überstunden machen, darüber sind sich Experten nicht einig.
Harald Schwamborn, Fachanwalt für Arbeitsrecht, sieht in befristeten Jobs durchaus etwas Positives für den Arbeitnehmer: "Wer überzeugen kann, hat die Chance auf eine unbefristete Stelle." Schließlich müssen Unternehmen auch dauerhaft planen können, alle zwei Jahre die Mitarbeiter auszutauschen bringt auch dem Arbeitgeber eine Planungsunsicherheit und Wettbewerbsnachteile. Allerdings wendet Martina Perreng, Arbeitsrechtsexpertin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), ein: "Der Arbeitgeber kalkuliert die Hoffnung des Arbeitnehmers auf eine unbefristete Stelle eiskalt mit ein." Arbeitnehmer würden deshalb häufig geringere Gehälter und mehr Überstunden in Kauf nehmen.Wenn ich bereits seit 20 Jahren in einem Betrieb arbeite, darf ich befristet für eine höhere Position eingesetzt werden?
Ja das geht, wenn man sich darauf einlassen will. Dann gibt es einen neuen Arbeitsvertrag, der alte wird stillgelegt. Die Befristung braucht aber einen Sachgrund, denn der Arbeitnehmer war ja vorher schon im Betrieb. Eine kalendermäßige Befristung ist deshalb unzulässig.
Was passiert, wenn ich nach dem Ende der Befristung einfach weiterarbeite?
Wenn ein befristeter Vertrag ausläuft und niemand den Arbeitnehmer darauf hinweist, darf er im Prinzip am nächsten Tag zur Arbeit gehen und einfach weiterarbeiten. In diesem Fall müsste der Arbeitgeber ihn sofort nach Hause schicken, sobald er ihn sieht. Wenn er dies nicht tut, entsteht automatisch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
(Zuerst erschienen bei Zeit Online)Lesen Sie mehr zum Thema "Arbeitsrecht":Gekündigt? Was sie jetzt tun sollten!
Dieser Artikel ist erschienen am 02.07.2010

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