Meditation

Yoga in der Mittagspause

Tina Groll / Zeit.de
Bei welchen Beschwerden hilft Yoga denn?
Reiche: Yoga hat viele Facetten und bietet für jeden und für jede Situation geeignete Techniken, um Stress zu bewältigen und die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Neben zahlreichen gesundheitsfördernden Effekten sensibilisiert eine regelmäßige Yoga-Praxis für eine bewusste Körperwahrnehmung und bewirkt, die Signale von Überlastung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Besonders jetzt in der Krise ist zu beobachten, dass viele ganz besonders unter Stress stehen, weil der Druck zunimmt. Hinzukommen Ängste, sei es davor, zu versagen oder den Arbeitsplatz zu verlieren. Viele Mitarbeiter neigen dazu, einfach weiterzumachen und den Druck aufzunehmen, sich nicht abzugrenzen. Dabei besteht das Risiko, zu erkranken. Früher war Burn-Out eine Managerkrankheit, heute ist sie sehr verbreitet, Auch psychische Erkrankungen und Rückenleiden nehmen zu.
Völpel: Man kann derzeit beobachten, dass es Mitarbeiter gibt, die jetzt besonders viel für ihre Gesundheit tun möchten. Rund 70 Prozent unserer Kunden sind auch verhältnismäßig gesund; aber wir haben auch Kunden, die eine ernste Vorerkrankung, sei es Burn-Out oder auch Krebs, haben.Reiche: Oft erscheinen Kunden auf der Matte zunächst ganz gesund und nach dem Kurs öffnen sie sich und erzählen von Depressionen, Druck und Ängsten.Was tun Sie dann?
Völpel: Wir verweisen immer an einen Arzt. Mit Yoga allein kann man keine Erkrankung heilen. Es ist ein Mittel, das unterstützen und stabilisieren kann, das aber auf keinen Fall eine fundierte Diagnose ersetzt.
Sind eher Männer oder eher Frauen dem Yoga gegenüber aufgeschlossener?
Völpel: In Deutschland sind über 60 Prozent der Yogatreibenden Frauen. Wir beobachten: Frau finden eher den Zugang zum Yoga und Männer steigen schneller tiefer in die Yogapraxis ein.
Wenn Sie an Ihre Bankerkarrieren zurückdenken: Bedauern Sie es manchmal, die Karriere für den Traum der Selbständigkeit als Yogalehrerinnen aufgegeben zu haben?
Reiche: Nein, ich würde diesen Schritt immer wieder machen. Ich lebe und arbeite jetzt gesünder und bewusster.
Völpel: Dem kann ich mich nur anschließen. Ich würde sogar sagen, wenn ich länger bei der Bank geblieben wäre, dann wäre ich heute wohl schwer krank.(Zuerst erschienen auf Zeit Online)
Dieser Artikel ist erschienen am 21.04.2010
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