Herr Brandt, Credit Suisse will in Deutschland bei der Beratung vermögender Privatkunden weiter stark wachsen. Früher brachten solche Leute ihr Geld direkt in die Schweiz. Wenn Sie auf Steuerflucht und das Schweizer Bankgeheimnis anspielen, dann liegen Sie falsch. Bei der Vermögensberatung geht es um eine dauerhafte, fast permanente Beziehung zum Kunden - da ist geografische Nähe ein wichtiger Faktor, weshalb Credit Suisse in den letzten Jahren auch das so genannte Onshore-Banking, also die Präsenz in wichtigen Ländern, ausgebaut hat.Wollen Sie sagen, dass wenn jemand eine Million anzulegen hat, oder auch zehn, ihm der Weg nach Zürich zu weit ist?Nein, vielmehr geht es darum, dass unsere Kunden den Service und die Qualität einer globalen Bank wie Credit Suisse zunehmend auch an ihrem Heimatort erwarten - und der kann zum Beispiel in Hannover, Braunschweig oder Bremen sein. Da ist es nur konsequent, wenn wir auch in diesen Städten mit Standorten präsent sind.Unter 500000 Euro anlegbares Vermögen braucht man nicht zu Ihnen zu kommen ... Wir weisen niemanden ab, weil er nur mit 100000 Euro kommt. Aber man sollte hier niemandem etwas vormachen: Unter einer gewissen Schwelle macht eine umfassende Vermögensdiversifikation auf verschiedene Anlageklassen einfach keinen Sinn. Und damit die Beratungsleistung, die wir liefern können und wollen.Was macht Credit Suisse besser als andere? Wir beraten Kunden individuell und versuchen für die jeweiligen Bedürfnisse die richtigen Lösungen zu finden. Im Sinne unseres Best-Select-Ansatzes verkaufen wir natürlich nicht nur unsere eigenen Anlageprodukte, sondern auch Produkte anderer Anbieter.Das sagen alle ... Schauen Sie auf unsere Auszeichnungen in Berichten unabhängiger Tester. Das ist, glaube ich, Beleg genug. Es ist unser Ziel, Qualitätsführer in Deutschland zu sein.Und Sie wollen weiter wachsen? Ja. Wir wollen in diesem Jahr etwa 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Und möglicherweise auch zu den 13 Standorten, an denen wir bereits vertreten sind, weitere Niederlassungen eröffnen.Das heißt, Sie machen die Entscheidung, ob Sie eine weitere Niederlassung eröffnen, davon abhängig, ob sie geeignete Mitarbeiter finden, die auch vor Ort vernetzt sind?In gewisser Weise, ja. Natürlich müssen wir zu der Überzeugung gelangt sein, dass ein Standort für uns geschäftlich Sinn macht. Aber wir müssen auch sicher sein, dass wir dauerhaft die richtigen Mitarbeiter an einem Ort haben.Geht es auch etwas präziser? Wir erwarten von Bewerbern, die bereits mit Berufserfahrung zu uns kommen, ein echten Business Case. Sie sollen uns erklären, wie sie in ihrem neuen Job arbeiten und erfolgreich sein wollen. Das ist dann schon sehr detailliert. Es geht um Volumina, Margen, Produktmix, Markterwartungen und ähnliches.Suchen Sie auch bei Wettbewerbern? Wir werben nicht bei Wettbewerbern ab. Das ist im Übrigen in Deutschland auch gar nicht erlaubt. Wenn Sie fragen, ob wir auch die Hilfe von Headhuntern in Anspruch nehmen, dann ist die Antwort ja. Aber wir verzeichnen auch zunehmend, dass sich Mitarbeiter anderer Banken bei uns bewerben.Und warum kommen die? Das müssten Sie natürlich eigentlich die Bewerber fragen. Aber ich glaube für uns in Anspruch nehmen zu können, dass wir eine der Banken in Deutschland mit einer der geringsten Mitarbeiter-Fluktuationsraten sind. Diese Kontinuität wird auch im Markt wahrgenommen. Grundlage unseres Geschäftes ist es eben, langfristig angelegte Kundenbeziehungen aufzubauen. Und dafür wollen Sie Leute, die auch über die Jahre bei Ihnen bleiben - und sich offenkundig wohl fühlen. Und das tun sie deswegen, weil wir ihnen bei der Beratung ihrer Kunden unternehmerische Freiräume geben.Langfristige Bindung: Arbeiten beim Schweizer Geldhaus Credite Suisse
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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