Veranstalter Franz Abraham erfüllte sich einen Traum und produzierte den Monumentalfilm Ben Hur als Live-Event. Im Interview spricht er über fantasielose Investoren, das Leasen von Geiern und Pferden und seinen Zwang, selbstständiger Unternehmer zu sein.
Herr Abraham, Sie haben gesagt, sie hätten sich in den letzten Jahren wie Ben Hur auf der Galeere gefühlt. Wieso? Weil die letzten Jahre eine durch kurze Glücksmomente durchbrochene Totalkrise war. Es war wie ein Teufelskreis, aus dem man nicht herauskommt, wenn man sich nicht selbst verleugnet, total abschreibt und Konkurs anmeldet. Zehn Tage vor der Weltpremiere von Ben Hur in London war ich nicht sicher, ob wir die Finanzierung schaffen. Wir lebten von der Hand in den Mund. Jetzt ist aber kurzfristig noch ein Unternehmen aus der Entertainment-Branche eingestiegen, so dass die Tournee bis Januar steht.Hat es Sie überrascht, dass sich Sponsoren in der Krise zurückhalten? Ich kann verstehen, dass Firmen sich mit Sponsoring zurückhalten, auch weil der Werbeeffekt nicht direkt messbar ist. Aber dass wir für ein solches Thema so lange keine Investoren gefunden haben, bei unserer erfolgreichen Vergangenheit, ist mir völlig unverständlich.Woran lag es? Viele dieser komplett fantasielosen Investoren folgen immer nur ihrem Haupttrieb: Angst. Angst, irgendetwas zu tun, was deren Berater nicht gut finden. Es sind dieselben Leute, die Bernard Madoff das Geld in den Rachen geschmissen haben. Leute, die absolute Schrottfilme, also vorhersehbare Verluste, finanziert haben. Ich habe millionenschwere Investoren angesprochen. Einer von ihnen sagte: "Ach Franz, ich investiere nur noch in regenerative Energie." Dabei bin ich von denen vor zehn Jahren noch als Öko-Apostel abgestempelt worden, weil ich Müll getrennt habe. 70 Millionen hat er in Ökofonds investiert! Ich wollte doch nur 500 000 Euro. Es kam nichts. Diese Leute, die Zeit haben wie Sand am Meer, und dann sagen: Ich kann nicht, ich muss nach Marbella.Was war mit den Banken? Wir haben Kredite von Postbank, Commerzbank und der Salzburg München Bank, diesen Banken bin ich bis an mein Lebensende dankbar. Die Postbank hat uns in größter Not auf Zuruf noch 100000 Euro gegeben. Sie müssen sich das vorstellen: Jede Woche gehen jetzt Hunderttausende raus. Wir haben hier über 400 Leute. Allein bei 20 Euro pro Person für das Catering sind das 8000 Euro täglich. Dazu kommen noch Getränke und Hotelkosten. Vom Gehalt ganz zu schweigen. Außerdem habe ich immer wieder mit den Lieferanten verhandelt und Leasing in allen Formen gemacht.Was haben Sie denn geleast? Alles. Büromöbel, Computer, Lampen, Pferde. Wir haben sogar überlegt einen Geier zu leasen, haben ihn aber aus Kostengründen erst mal weggelassen.Wie viel kostet die gesamte Produktion? Wir hatten mit sechs Millionen Euro gerechnet. Wir liegen jetzt bei 6,3 Millionen etwa, wir sind extrem budgettreu. Das waren wir schon immer. Hinzu kommen 13 Millionen Euro für die Tournee.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
Lassen Sie sich von uns bei Ihrer Suche nach einer Trainee-Stelle helfen: Unser JobAgent findet für Sie alle diejenigen Trainee-Stellen, die zu Ihrem Studienabschluss passen. Jede Woche erhalten Sie eine individuelle Auswertung mit allen für Sie passenden Angeboten. Kostenlos!
Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
Über 350 Berufe jetzt in der karriere.de-Gehaltsdatenbank recherchieren:
Einstiegsgehälter, Profivergütungen, Gewinner und Verlierer:
• Wöchentlich erscheint der karriere.de- Newsletter mit den Themen der Woche aus den Bereichen Bewerbung, Unternehmen, Arbeitsrecht, Management, Gehalt, Studium, Weiterbildung und Arbeitsalltag.
• Monatlich erscheint der MBA-Newsletter mit den Trends und News aus dem Umfeld der Business Schools.
» Wenn Sie den karriere.de-Newsletter oder den MBA-Newsletter bestellen möchten, senden Sie uns eine E-Mail. Einfach hier klicken
Chancen und Risiken, Einstiegsoptionen, Perspektiven und gefragte Qualifikationen:
Die karriere.de-Analyse mit exklusiven Daten zu Stellenmarkt, Gehaltsentwicklung und Wettbewerb.