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Wie verkaufe ich einen Laserchip?

Hans Schürmann
Die Funktionsweise des SensorchipsFoto: © Robert Baumeister
Letztlich waren es die potenziellen Kunden, auf deren Drängen Tridicam vor gut einem Jahr gegründet wurde. "Die Produzenten haben uns gesagt: Kommt endlich in die Gänge", erinnert sich IMS-Forscher Brockherde. Schon während der Entwicklungsphase waren Sensorproduzenten, mit denen das Fraunhofer-Institut seit langem zusammen arbeitet, von der Leistungsfähigkeit der neuen Messtechnik begeistert. "Wir hatten bereits ähnliche Techniken getestet, doch diese waren nicht so vielversprechend", sagt Sensopart-Geschäftsführer Theodor Wanner. Wenn es Tridicam gelänge, die Sensorchips zu einem günstigen Preis zu produzieren, könnten eine Vielzahl von Automatisierungslösungen - nicht nur in Fabriken - deutlich verbessert werden, so der Sensorexperte.
Die ersten Prototypen gehen bald in ProduktionDas Gröbste hat Noell inzwischen geschafft. Er hat die Finanzierung über die regionale Wagniskapital-Gesellschaft EnjoyVenture in Verbindung mit der KfW für die nächsten Jahre sichergestellt. Gesellschafter des Unternehmens ist unter anderem die Fraunhofer Gesellschaft in München.Diesen Monat wird Tridicam erste Prototypen seines Sensorchips an ausgewählte Unternehmen ausliefern - an Sensorhersteller, die Komponenten für komplette Systeme herstellen. "Die Firmen testen die Entwicklung. Mit den Ergebnissen werden wir die Technik dann weiter optimieren und die erste Kleinserie produzieren", sagt Noell.Im August hat der Tridicam-Chef bereits drei Ingenieure eingestellt. Sie werden sich zunächst darauf konzentrieren, den Sensor weiterzuentwickeln - und können dabei auf die Expertise und tatkräftige Unterstützung der IMS-Forscher zurückgreifen. Der Chip soll noch intelligenter werden. So soll er die Daten, die er ermittelt, direkt als Messgröße ausgeben. Darüber hinaus soll die Auflösung verbessert werden. Bereits Mitte nächsten Jahres soll ein Sensor mit 128 mal 96 Bildpunkten verfügbar sein und bis 2012 wollen die Entwickler eine einfache Videoauflösung im VGA-Standard realisieren.Das Fraunhofer Institut ist an vielen verschiedenen Stellen hilfreichAuch bei der Produktion der ersten Demonstratoren ist die Nähe zum Duisburger Institut nützlich. Im gleichen Gebäude betreibt das Fraunhofer Institut in Kooperation mit der Firma Elmos eine Produktionsanlage, auf der Tridicam seine Sensoren in Losgrößen von bis zu 100 000 Stück fertigen lassen kann. "Das erleichtert den Marktstart enorm", sagt Noell.Der Tridicam-Chef hat den Sprung in die Selbstständigkeit bislang nicht bereut. Er genießt es, selbst verantwortlich zu sein für die Entscheidungen, die er nun immer wieder treffen muss. Er müsse sich zwar zurzeit mit weniger Gehalt zufrieden geben, dafür mache ihm die Arbeit aber deutlich mehr Spaß. Und die Chancen, dass das Gehalt bald wieder steigen werde, ständen ja ganz gut, so Noell.
Dieser Artikel ist erschienen am 16.10.2009

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