Ganic Water

Wasser mit exklusivem Aroma

Gero Brandenburg
Auch Flaschendesign, der Anschluss ans Pfandsystem und der Aufbau des Vertriebs sind Hürden, die mühsam genommen werden. Zweifel bleiben nicht aus, in vier Jahren frühestens wird Ganic Water schwarze Zahlen schreiben. Seine WHU-Kontakte sind für Gersie von unschätzbarem Vorteil. Die Ex-Kommilitonen kann er immer um kritischen Rat bitten.Manche Kritik aber schmeckt Gersie gar nicht. Handelsexperte Thomas Roeb, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, bewertet Ganic Water eher skeptisch: "Ich glaube bei dieser Idee nicht an einen langfristigen Erfolg. Dafür ist sie nicht neu genug. Ähnliche Wasser-Produkte gibt es auch im Discounter - deutlich preiswerter." Gersie hält dagegen: "Wir wollen ausdrücklich ein Gegenpol zu dieser Billigkultur sein." Und Gersie denkt international. Ganic Water gibt es in England und Italien, Testverkäufe in den USA laufen und auch den chinesischen Markt hat das kleine Unternehmen im Blick. Spätestens dann müsste eine neue Quelle gefunden werden. Ebenso wie neue Geldgeber, Gespräche bahnen sich schon an. In den nächsten drei Jahren sollen noch fünf Millionen Euro investiert werden.Trends auf dem Wassermarkt
Ganic Water wird bis Ende des Jahres voraussichtlich 500000 Flaschen abgefüllt haben, das wären 250 000 Liter. Der Gesamtabsatz der Branche in Deutschland lag 2008 nach Zahlen des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen bei 13 550 Millionen Litern. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser betrug 138 Liter. Für das Absatzplus von mehr als zwei Prozent gegenüber 2007 waren vor allem die Discounter verantwortlich. Jede zweite Flasche Mineralwasser wird mittlerweile bei Aldi, Lidl und Co. verkauft, was die Markenanbieter unter Druck setzt. Die starke Positionierung ihrer Marke wird für die traditionellen Hersteller wie Gerolsteiner und Selters deshalb immer wichtiger.
Den totalen Gegentrend zum Preisdruck der Discounter verkörpern die sogenannten Luxus-Mineralwässer. Für eine mit Swarowski-Kristallen verzierte 0,75-Liter-Designflasche Bling H2O aus Tennessee werden 49 Euro verlangt. Voss aus Norwegen (800 Milliliter für 3,70 Euro) und das Regenwaldwasser Fiji (0,5 Liter für 2,30 Euro) sind hingegen vergleichsweise günstig. Eine 0,75-Liter-Flasche King Island Cloud Juice aus Australien ist laut Hersteller mit exakt 9750 Regentropfen gefüllt und kostet 9,99 Euro.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.10.2009

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