Ganic Water

Wasser mit exklusivem Aroma

Gero Brandenburg
Im März 2006 beginnt er sein MBA-Studium. Fast zeitgleich lernt er über seine Freundin, die aus Langenselbold kommt, Peter Bruhn und Nicolas Neuhaus kennen. Eine Bekanntschaft mit Folgen. Bruhn ist freier Grafikdesigner, Neuhaus wiederum einer der Köpfe hinter Handtaschen der Marke "George, Gina & Lucy", die seit 2004 hunderttausenfach über Boutiquen-Tresen in ganz Europa gehen.Bunte Nylontaschen zu entwerfen - das allein genügt Neuhaus nicht. Bei Modemessen und Fashion-Shows sieht er junge Frauen stets mit Wasserflasche durch die Hallen schlendern. Ein eigenes Lifestyle-Wasser auf den Markt zu bringen, das wäre es doch. Im Sommer 2006 erzählt er Gersie und Bruhn davon. Bruhn ist zunächst skeptisch, Gersie aber sehr angetan. Auch deshalb, weil er in Vallendar an einer Studie über den europäischen Mineralwassermarkt sitzt.Eine weihnachtliche WasserprobeWo immer er unterwegs ist, testet er regionales Mineralwasser - ob an der Mosel oder am Lake Michigan. Dort, in Chicago, verbringt er mehrere Wochen an der Kellog School of Management. Kurz vor Weihnachten 2006 sitzen Gersie, Bruhn und Neuhaus abends in Langenselbold zusammen. Gersie hat verschiedene Wässerchen und Aromen mitgebracht. Den ganzen Abend über probieren sie Mischungen aus und begeistern sich immer mehr für ihre Geschäftsidee. Auch Bruhn ist jetzt überzeugt. Er, der ehemalige Springer&Jacoby-Mann, soll sich um Werbung und Marketing kümmern, Neuhaus das Vorhaben und Gehälter aus eigener Tasche finanzieren und Gersie sein ökonomisches Know-how einbringen.Doch noch steht das Studium an erster Stelle. Der angehende MBA-Absolvent ist für viele Arbeitgeber interessant. Die Unternehmensberatung McKinsey klopft an, auch der Weg ins Investmentbanking wäre möglich, aber Gersie entscheidet sich endgültig dafür, ein kleines Unternehmen aufzubauen. Seine MBA-Thesis ist der Businessplan für Ganic Water. So heißt ihr Produkt jetzt, Bruhn hat den Namen von "Organic" abgeleitet.Nur die richtige Quelle haben sie noch nicht entdeckt. Einfach ist das nicht, der Ort soll sich schließlich gut vermarkten lassen. In Skandinavien werden sie nach langer Suche endlich fündig. Norwegen, das klingt nach nordischer Frische, grünem Land, unberührter Natur. Ihre Tour dorthin wird zum Abenteuer. Doch es lohnt sich: Das Wasser aus der Snarttland-Quelle entspricht ihren Vorstellungen: schwache Mineralisierung, weicher Geschmack.In großen Tankwagen (25000 Liter) wird es von dort aus zur Abfüllung in die Nähe von Zwickau gebracht, wo es mit Aromen vermischt wird. Wie ihr Wasser schmecken soll, ermitteln die Gründer im Eigenversuch. "Wir haben probiert, bis uns fast die Blase platzte", lacht Gersie. Doch an seinen Ideen hält das Trio unbeirrt fest. Große Hersteller wie Wild oder Symrise haben Aromen wie Spearmint, Ingwer oder Caramel Toffee für Wasser nicht im Angebot, also lassen sie die Geschmackssorten ganz neu entwickeln.

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