Was Mitarbeiter glücklich macht


Geld, Anerkennung, Respekt: Jeder Arbeitgeber unternimmt unterschiedliche Maßnahmen, um seine Mitarbeiter glücklich zu machen. Doch zwei Dinge haben alle gemeinsam: Sie setzen auf Vertrauen und Wertschätzung.

Lächelnde Mitarbeiter Was motiviert Mitarbeiter? Foto: © Sean Prior - Fotolia.com

Unternehmen können ihre Kunden nur glücklich machen, wenn auch ihre Mitarbeiter glücklich sind. Diese reuige Einsicht zeigte kürzlich Hasso Plattner, Mitgründer von SAP. Gewinneinbruch und Entlassungen hatten für Unruhe innerhalb und außerhalb des Softwarehauses gesorgt. Plattner versprach : "Ich werde alles dafür tun, dass SAP wieder eine glückliche Firma wird."

Was aber macht Mitarbeiter glücklich und motiviert sie zu Höchstleistungen? "Geld allein verdirbt langfristig die Motivation", ist Psychologe Lutz Karnauchow, Gründer von des Pflegedienstes Domino-World, überzeugt. Viel wichtiger sind Respekt und Anerkennung für Arbeit, die Sinn und Freude bringt.

Das kann Mediziner Joachim Fischer, Professor für Public Health an der Universität Mannheim, nur unterstreichen. "Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis, ohne das alle Motivation vertrocknet." Manager, die das nicht berücksichtigten, seien wie Gärtner, die aus Spargründen ihren Garten nicht begießen. Fischer: Je heißer das Klima umso mehr Wasser (sprich: Anerkennung) brauchten Mitarbeiter.

Anerkennung kann ganz verschiedene Formen haben. Da ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das zeigt sich auch bei Deutschlands 100 besten Arbeitgebern. Die IT-Beratung Noventum etwa hat im Intranet eine "Lobstelle" eingerichtet. Firmenchef Uwe Rotermund: "Dort kann man für jeder sichtbar einem Kollegen danken, der etwas besonders Nettes getan hat. 

Lob ist wichtiger als Geld

"Etliche Unternehmen wie Telefónica O2 prämieren außergewöhnliche Leistungen im Rahmen von feierlichen Preisverleihungen. Wie in der Oscar-Nacht mit Teppich, allerdings in der Firmenfarbe blau statt in rot. "Jeder Mitarbeiter kann selbst Kollegen nominieren", erzählt Personalchef Joachim Kugoth. Preise gibt es nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für Teams.



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Ohne gute Teamarbeit können Unternehmen heute kaum mehr erfolgreich sein. Domino-World hat deshalb - frei nach Sepp Herberger - die Parole ausgegeben: "500 Freunde sollt Ihr sein!" Das sogenannte Team-Thermometer ist wichtiger Gradmesser fürs Betriebsklima. Jeder Mitarbeiter wertet monatlich mit bis zu zehn Punkten. Ist auch nur eine Wertung schlecht, wird im Team intensiv diskutiert. "Das beste Präventionsmittel gegen Mobbing", ist Karnauchow überzeugt. Zumal 92 Prozent der anonym befragten Beschäftigten sagen: Man kann sich darauf verlassen, dass die Mitarbeiter zusammenarbeiten.

Dafür ist harte Arbeit notwendig: Jeden Monat diskutieren die Teams einen der zehn Domino-Werte für gutes mitmenschliches Verhalten. "Das tun wir seit zehn Jahren, es braucht Zeit, bis die Werte fruchten und reifen", sagt Karnauchow.

Hohe Ansprüche an Mitarbeiter sind nur mit gut geschulten und vorbildlichen Führungskräften umzusetzen. Psychologe Karnauchow selbst trainiert sie in Rollenspielen mit Videokamera sechs mal im Jahr. Auch die Beratung Noventum setzt auf Rollenspiele. Schauspieler arbeiten mit den Mitarbeitern im Improvisationstheater - für mehr Kreativität und Spaß an der Arbeit.

Sport und Improvisationstheater

Am meisten investiert Noventum-Chef Rotermund in interne Kommunikation, gerade weil Berater viel außer Haus sind. "Zweimal im Jahr kommen wir alle zusammen - auch wenn uns das einen hohen Umsatzverlust beschert. Das rentiert sich allemal." Auch Personalchef Josef Mrozek von 3M betont: "Das Ohr an der Belegschaft zu haben, ist das A und O." Dafür sind regelmäßige anonyme Mitarbeiterbefragungen ein wichtiges Hilfsmittel. Noch entscheidender ist eine Kultur der offenen Tür. Telefonica-Manager frühstücken einmal im Monat mit etwa zwölf Mitarbeiter.

Viele Arbeitgeber setzen auf gemeinsames Erleben, um Mitarbeiter glücklich und motiviert zu halten. "Sport verbindet. Beim Bergsteigen etwa lassen sich Teams prima zusammenschmieden", sagt Kugoth. Am Gesundheits- und Fitnessprogramm nimmt über die Hälfte der Telefonica-Mitarbeiter teil. Die Firma freut das: Die Krankenquote liegt unter vier Prozent. Und über 90 Prozent der Beschäftigten sagen: "Hier möchte ich noch lange arbeiten."


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