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Von der Idee zum Produkt

Tanja Könemann
Gründer brauchen Feedback, um ein Produkt zu entwickeln. Das bekommen sie am besten vom Kunden, sagt Business Angel Sven Schmidt.Warum sollten Gründer auch mit einem unfertigen Produkt den Markteintritt wagen?
Gründer können in den seltensten Fällen wissen, wie das perfekte Produkt aus Kundensicht aussieht. Woher auch? Schließlich sind sie kein Großkonzern, der in umfang reicher Marktforschung ermitteln kann, wie das perfekte Waschmittel beschaffen sein muss. Sie brauchen mehrere Anläufe, bis ihr Produkt ausgereift ist.
Sie ermutigen ganz besonders junge Gründer zu einem raschen Start?
Gerade Gründer, die direkt vom Studium ins Unternehmertum übergehen, können auf keine relevante Marktexpertise zurückgreifen. Statt im stillen Kämmerlein große Pläne zu schmieden, sollten sie ihr Produkt daher anbieten und aus den Reaktionen der Kunden und potenziellen Kunden lernen.
Wie viel Prozent eines Produkts sollten denn zum Markteintritt fertig sein?
Etwa 80 Prozent sollten fertig sein. Der Rest kann danach entwickelt werden.
Wie können Gründer ihr Produkt in dieser Phase am besten überprüfen?
Gründer sollten in der Markteintrittsphase selbst bei möglichen Abnehmern anrufen oder diese besuchen und versuchen, ihr Produkt zu vertreiben. So lernen sie am effizientesten und effektivsten, was passt und was nicht. Sie sollten dorthin gehen, wo sich potenzielle Endkunden aufhalten. Der Anbieter für Luxushundefutter sollte also auf den Hundeplatz gehen und dort die Leute fragen, was ihnen wichtig ist und was ihnen noch fehlt.
Gerade in der Markteintrittsphase stehen die Gründer und ihre Mitarbeiter unter großem Stress. Worauf muss man in dieser Phase achten?
Gründer und Mitarbeiter müssen bereit sein, signifikant mehr als 40 oder auch 50 Stunden in der Woche zu arbeiten. Es muss ein Termin gesetzt und eingehalten werden, ansonsten schleicht sich schnell eine Kultur des Aufschiebens ein. Oftmals hilft es, die Mitarbeiter auf einen gemeinsamen Feind einzuschwören: die Konkurrenz.
Und was ist mit dem Privatleben?
Auch Freunde und Familie der Gründer müssen in dieser Phase mitspielen. Schwierig wird es, wenn die Freundin zu Hause sitzt und will, dass ihr Freund pünktlich um 16 Uhr den Griffel fallen lässt, oder der Vater ständig lamentiert, sein Sohn hätte sich doch besser für die Festanstellung bei Siemens entschieden. Das alles kostet Kraft – Kraft, die Gründer in dieser Zeit für etwas anderes brauchen.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.01.2010

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