Porträt

Vom Fußballprofi zum Unternehmer

Carola Sonnet
Stipendiaten haben selbst GeschäftsideenDer Geschäftsführer der Stiftung, Florian Hoffmann, ist selbst erst 28. Sein Vater, ein Designer, kennt Dekeyser schon lange, er selbst hat ihn vor zehn Jahren das erste Mal getroffen. Mit einem Praktikum bei Dedon fing es an, nach der Uni entwickelte er mit Dekeyser drei Jahre lang die Stiftungsidee. Hoffmann ist der Kopf der Stiftung, Dekeyser das Herz. "Die Dynamik und Überzeugung von Bobby haben alle, die ihn kennen, mitgerissen", sagt Hoffmann. Das Stiftungsteam ist jung, Dekeyser fühlt sich jung, das passt."Bobby hat mich überzeugt, wie wichtig es für junge Menschen ist, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sie ihre Ideen auch umsetzen können", sagt Hoffmann. Denn wenn die Stipendiaten eine gute Geschäftsidee für ein sinnvolles Projekt in ihrem Heimatland haben, unterstützt Dekeyser auch das im Anschluss an das Projekt. Traumpläne nennen die beiden das. Hoffmann denkt strategischer, ist reflektierter. Dekeyser öffnet die Türen, Hoffmann geht durch."Wir retten nicht die Welt morgen", sagt Dekeyser. "Aber zuschauen geht auch nicht." Seinen Kindern Carolin (21), Yannick (18) und Marie (12) will er mehr hinterlassen als viel Geld und eine Möbelfabrik. Yannick hat auch die Schule geschmissen, "für Leute wie uns ist das einfach nichts", sagt sein Vater dazu. Immerhin habe sein Sohn ein Jahr länger durchgehalten als er. "Man muss sich selbst treu bleiben."Auch mit seinen Fußballfreunden von früher hat er heute wieder Kontakt, geht mit Bruno Labbadia in Hamburg joggen, ist mit Michael Ballack befreundet - und profitiert davon als Unternehmer und Stifter. Der Kreis hat sich geschlossen, aber langweilig wird es Dekeyser deswegen bestimmt nicht.VitaIn Belgien kommt Robert Dekeyser 1964 zur Welt.Mit 15 Jahren bricht er die Schule ab, um Fußballprofi zu werden.In der Bundesliga spielt er für Bayern. München, den 1. FC Nürnberg und 1860 München als Torwart.Nach einem schweren Unfall beendet er mit 26 Jahren seine Profikarriere1990, noch im selben Jahr, gründet er mit seinem Schwager die Firma Dedon.Dekeyser reist auf die Philippinen, weil dort die weltbesten Korbflechter arbeiten. Er hat die Idee, mit Kunstfaser Luxusmöbel flechten zu lassen.In einem umgebauten Hühnerstall startet Dedon den Verkauf, bleibt jedoch zehn Jahre lang erfolglos.Erst 2000 steigen plötzlich die Verkaufszahlen rasant, Dedon expandiert weltweit.2007 zieht sich Dekeyser zurück, verkauft 49 Prozent der Firma an Finanzinvestoren.2009 kauft er den Anteil zurück und gründet die Stiftung Dekeyser & Friends, die Stipendien für Jugendliche aus aller Welt vergibt.
Dieser Artikel ist erschienen am 05.02.2010

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