Telekommunikation

Vodafone fördert Aufsteiger

Dana Heide
Dr.Christian Wirtz stieg schnell auf bei VodafoneFoto: © Emanuel Bloedt
Mittlerweile hat Vodafone Deutschland inklusive Arcor rund 47 Millionen Kunden. 60 Prozent davon sind weiblich. Auch deshalb möchte Vodafone zukünftig mehr Frauen beschäftigen. Bisher sind 43 Prozent der Belegschaft Mitarbeiterinnen, beim ehemaligen Arcor sind es 33 Prozent. In den Führungspositionen bei Vodafone arbeiten 22 Prozent Frauen, bei der integrierten Firma Arcor nur 16 Prozent.
Um den Anteil zu erhöhen, bemüht sich das Unternehmen, den Beruf und die Familie besser zu vereinbaren. Das hat Vodafone die Auszeichnung "berufundfamilie" des Bundesfamilienministeriums eingebracht. Zurzeit wird an neuen Arbeitszeitmodellen gearbeitet, die beispielsweise das Arbeiten von zuhause aus ermöglichen. Wer daheim pflegebedürftige Angehörige betreut, wird bei der Suche nach einer Pflegekraft unterstützt. An den Niederlassungen in München und Eschborn kooperiert Vodafone bereits mit Krippen, in denen Mitarbeiter ihre Kinder abgeben können. Betriebseigene Kindertagesstätten sind in Ratingen, Hannover und Stuttgart geplant. Im Herbst sollen sie eröffnet werden. Als Vorbild dient die Betreuungseinrichtung Seesternchen in der Zentrale in Düsseldorf.Mit dem Kind zur ArbeitDort spielt auch Antoine, Christoph Wirtz' Sohn. Der 36-jährige Hauptabteilungsleiter Strategie und New Business bringt ihn jeden Morgen mit zur Arbeit, macht einen kurzen Abstecher in die hellen, mit bunten Spielzeugen ausgestatteten Räume und geht dann weiter zu seinem Büro, wo an der Wand ein großes Bild seines Sohns hängt. Die bevorstehende Geburt von Antoine war einer der Anlässe für Wirtz, vor drei Jahren zu Vodafone zu kommen. Zuvor arbeitete der studierte Betriebswirt sieben Jahre lang bei McKinsey. Als seine Frau schwanger wurde, schaute er sich nach einer Alternative um. "Ich wollte nicht mehr aus dem Koffer leben und mein Kind zukünftig nur an den Wochenenden sehen", erklärt Wirtz. Die Veränderung hatte aber auch berufliche Gründe: Wirtz wollte nicht nur Empfehlungen geben, sondern diese Empfehlungen selbst umsetzen und dafür die Verantwortung übernehmen.Zum Unternehmen kam er mit der klaren Perspektive, schnell aufzusteigen. Bei Vodafone leitete er zunächst die Marketing-Abteilung, die zuständig für Roaming und Preispolitik war. Seit 2008 ist er Hauptabteilungsleiter und entwickelt mit seinem Team Strategien für das Unternehmen, die er dann dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Friedrich Joussen, vorstellt. Auch die Integration von Arcor in den Konzern koordinierte Wirtz.Das sei ihm bisher geglückt, sagt Betriebsrat Kordes. Die Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern jedenfalls sei ausführlich gewesen. Auch Konrad Jablonski von der IG-Metall Bezirksleitung NRW sagt: "Es gibt eine positive Unternehmenskultur." Allerdings kritisiert er, dass diese Kultur jüngst ein paar Risse bekommen hat, als der Konzern die mit der Gewerkschaft vereinbarte Gehaltssteigerung nicht auch, wie sonst im Unternehmen üblich, auf übertarifliche Zulagen gewährte. Die Mitarbeiter hätten diese Gehaltseinbuße erst bei der Abrechnung gesehen und wurden nicht zuvor informiert.Die Karriere geht weiter"Vodafone ist ein Unternehmen mit einer positiven Fehlerkultur. Man muss Fehler machen dürfen, um zu lernen. Und zu lernen ist wirklich kein Makel", findet Kordes. Eigentlich gäbe es bei Vodafone eine offene Kultur, da sind sich er und Jablonski einig. Diese offene Kultur beinhaltet auch, dass sich die Mitarbeiter ein- bis zweimal im Jahr mit ihren Vorgesetzten treffen, um ihre weiteren beruflichen Schritte im Unternehmen zu planen.Auch Christoph Wirtz und Svenja Gossing haben die nächste Stufe auf ihrer Karriereleiter schon im Blick: Wirtz will demnächst Hauptabteilungsleiter im Marketing oder im Vertrieb werden, Gossing steigt voraussichtlich im März 2010 zur Senior-Marketing-Managerin auf. Bis dahin allerdings werden sie noch einige Veränderungen im Unternehmen mitmachen müssen.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.10.2009

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