In der Telekommunikationsbranche geht es zur Sache, der Konkurrenzkampf ist hart. Wer bei Vodafone ein- und aufsteigen will, sollte flexibel und durchsetzungstark sein. Wer diese Eigenschaften mitbringt, kann dort die Karriereleiter schnell besteigen.
Zwei Tage Nervenkitzel, dann hatte der junge Mann mit den kurzen blonden Haaren den Job. Kein vertröstendes "Wir melden uns bei Ihnen", kein Anruf nach erst zwei Wochen. Am letzten Abend des Assessment-Centers, bei dem Filip Horner um eine Stelle als Trainee bei Vodafone kämpfte, bekam er seinen Vertrag in die Hand gedrückt.Seit einem Jahr ist der 29-Jährige einer von fünf Teilnehmern des Challenger Programms von Vodafone Deutschland. Innerhalb von 15 bis 24 Monaten durchlaufen die Hochschulabsolventen bis zu acht Wunschstationen im Unternehmen, mit dem klaren Ziel, anschließend Führungsverantwortung zu übernehmen. "Wenn alles normal verläuft, kann ich in drei bis fünf Jahren Abteilungsleiter sein", sagt Horner.Flexibilität ist eine VoraussetzungDer straffe Zukunftsplan von Filip Horner passt zu Vodafone. Das Unternehmen verändert sich ständig und schnell. Stephan Pfisterer, Bereichsleiter Bildung und Personal beim Telekommunikationsverband Bitkom: "Der Preisdruck ist dramatisch in der Branche, deshalb ist auch der Innovationsdruck sehr hoch."Die jüngste, große Veränderung wurde im August vorgenommen. Da integrierte Vodafone den Festnetzanbieter Arcor vollständig in den Konzern. Das Unternehmen legt die Geschäftsfelder der beiden ehemaligen Konkurrenten zusammen, damit die Kunden unter der Marke Vodafone sowohl über das Festnetz als auch über das Handy telefonieren und das Internet nutzen können.Erklärtes Ziel ist es, "Kunden zu Fans zu machen". Damit das gelingt, wurden die Mitarbeiter in Seminaren geschult. In den vergangenen Monaten rollten fünf rote Trucks mit Vodafone-Logo in ganz Deutschland von Niederlassung zu Niederlassung, wo dann im Inneren der Lastwagen die deutschen Angestellten in kleinen Gruppen auf bunten Würfeln saßen und Vorträgen über Werte und das richtige Auftreten gegenüber den Kunden lauschten. Im oberen Geschoss konnte man sich die aktuelle Werbekampagne genauer ansehen. Mit der versucht Vodafone, die "Generation Upload" zu erreichen, wie das Unternehmen Blogger und User nennt, die fast rund um die Uhr online sind und ihr Geld übers Netz verdienen. Star der Kampagne: Irokesenträger Sascha Lobo, der sich als Interneterklärer einen Namen gemacht hat.Die Bloggerszene blieb kritischZum Fan von Vodafone ist allerdings kaum ein Blogger geworden, im Gegenteil. In der anvisierten Zielgruppe war die Kritik an der Marketingoffensive groß. Die einen warfen Lobo vor, sich an einen weltweit tätigen Konzern verkauft zu haben, andere wiesen darauf hin, dass Vodafone den Plan der Bundesregierung unterstütze, Netzsperren einzuführen. Das umstrittene, inzwischen vom Bundestag beschlossene Gesetz soll Pädophile daran hindern, Kinderpornos im Netz zu tauschen, wird von Bloggern aber als der Beginn einer umfassenderen Internetzensur kritisiert.Sie werden deshalb wahrscheinlich nicht dazu beitragen, dass der Umsatz des Unternehmens nach einem stetigen Abfall von 2004 bis 2008 wieder steigt. Das zu dieser Zeit noch rechtlich selbstständige Arcor stand in diesem Zeitraum besser da: Es steigerte seinen Umsatz von Jahr zu Jahr. Auf dem Festnetz-, DSL- und Mobilfunkmarkt sind die Unternehmen gemeinsam die Nummer zwei hinter der Deutschen Telekom. Auf den Plätzen drei und vier folgen E-Plus (Base) und O2.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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