Thomas Sattelberger, Personalchef der Deutschen Telekom, hat sich nach politisch aktiver Zeit für die Wirtschaft entschieden. Hier spricht er über die Notwendigkeit von Quotenregelungen in Führungsetagen und sein abgebrochenes Studium.
Herr Sattelberger, Sie nennen die Telekom gerne eine "verborgene Schönheit". Wann kommt sie aus ihrem Versteck? Ich finde, sie lugt schon gut sichtbar aus dem Fenster heraus. Beispiele dafür gibt es viele: Wir haben viel Anerkennung dafür bekommen, wie wir die Datenskandale bewältigt haben, also für die Schonungslosigkeit unserer Aufklärung. Wir haben zudem diese Krise als Chance für unsere eigene Kulturreform genutzt, indem wir unser Wertesystem neu definiert haben und dies konsequent im Unternehmen vermitteln und zur Umsetzung bringen.Fragt man nach dem Image der Telekom, fallen immer noch Begriffe wie "Servicewüste" und "Behörde". Stiftung Warentest hat uns im Service immerhin auf Nummer eins gesetzt. Heißt das, dass wir schon exzellent sind? Nein, aber zumindest Einäugiger unter Blinden.Warum ist der Wandel bei der Telekom so schwierig? Die Telekom kommt eben aus einer Monopolstruktur. Das Handeln aus Kunden- und Marktsicht musste mühsam gelernt werden. Allein in Deutschland haben wir rund 130000 Beschäftigte und rund 80 Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden. Wenn zehn Prozent der Kunden sich nicht gut behandelt fühlen, spiegelt sich das in der öffentlichen Wahrnehmung, als ob es 70 oder 80 Prozent wären. Das ist ähnlich wie bei der Bahn. Und natürlich haben wir auch mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen. Stereotypen ändern sich nicht von heute auf morgen, dafür braucht es einen langen Atem.Bei der Lufthansa haben Sie in Uniform Fluggästen Wein ausgeschenkt. Würden Sie sich auch in einen T-Punkt stellen? Meinen ersten Service-Einsatz hatte ich schon, für drei Tage. Ich bin in der Telekommunikationsindustrie aber immer noch ,Lehrling'. Das Lernen hört nie auf.Die Stereotype machen die Suche nach Nachwuchs bestimmt nicht einfacher? Praktikanten haben ab und an schon ein kritisches Bild von uns, bevor sie zu uns kommen. Aber wenn sie da sind, erleben sie eine ganz andere Welt. Da wird die verborgene Schönheit rasch sichtbar und geschätzt: Spannende Aufgaben, Freiräume, Geschwindigkeit und tolle Kollegialität.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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