Kaum eine berufliche Tätigkeit wird so oft und so intensiv diskutiert wie die des Beraters. Für die einen sind sie analytische Genies, andere halten sie für hochnäsige Trolley-Zieher mit Powerpoint-Affinität. Junge Karriere zeigt, was hinter dem Mythos Berater steckt und wie die Top-Strategen ticken.
Der Berater ist ein Phänomen: Er hat 1000 Masken, aber kein Gesicht. Er ist der brillante Analytiker, der Anzugträger, der Spitzenverdiener, der Unternehmensretter, der Powerpoint-Held, der Globetrotter, der Generalist - oder auch Omni-Dilettant, der Alleswisser, der Trolley-Zieher, der D-englisch Plauderer und und und ... "Der Beraterjob ist in der Öffentlichkeit durch extrem viele Vorurteile belastet, aber nur die Hälfte trifft wirklich zu", sagt Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung und -entwicklung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Aber was stimmt - und, was stimmt nicht?Die fünf Strategieberatungen McKinsey & Company, Roland Berger Strategy Consultants, The Boston Consulting Group (BCG), Booz & Company und Bain & Company gehören zu den bekanntesten und umsatzstärksten Beratungen und stehen bei Bewerbern, sowohl bei Absolventen als auch Young Professionals, hoch im Kurs. Doch wie stellen sich die Top-Strategen ihren Wunschkandidaten vor? Und worauf lässt man sich ein, wenn man in einem der fünf Unternehmen anfängt? Handelsblatt Junge Karriere zeigt, wie die Berater denken, was sie bewegt, wen sie suchen und was einen auf der Sonnen- und Schattenseite des Berater-Lebens erwartet. Ein Realitätscheck.Die Top-Strategen - das sind sie
Externe Berater sind aus der Wirtschaftswelt nicht mehr wegzudenken. Unternehmen und Verwaltungen holen sich vor allem dann fremde Hilfe, wenn ihnen das Know-how oder die Ressourcen fehlen und die Projekte komplex, inhaltlich schwierig und dringend sind. Die Spanne zwischen den Beträgen, die für Beratungsprojekte ausgegeben werden, kann laut Dietmar Fink zwischen 50000 und 30 Millionen Euro liegen. Das vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) geschätzte Marktvolumen in Deutschland stieg um stolze 10,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro im Jahr 2008. Aufgrund der Wirtschaftskrise rechnet der BDU dieses Jahr jedoch mit einem stagnierenden Branchenumsatz.In der Regel teilt sich der Markt in vier Felder: Strategie, Organisation/Prozesse, IT und Personal. Es gibt die Großen der Branche, die Global Player, die ein breites Spektrum an Leistungen anbieten und die kleinen, spezialisierten Beratungen. Laut Lünendonk, einem Dienstleister für Branchen- und Unternehmensanalysen, führt McKinsey das aktuelle Ranking der Top-Strategieberatungen mit einem Umsatz von 645 Millionen Euro 2008 an. "McKinsey ist seit Jahren Spitzenreiter und steht als Synonym für Strategieberatung", sagt Thomas Lünendonk. "Jeder im Markt setzt sich also in irgendeiner Form - nacheifernd oder bewusst abgrenzend - mit McKinsey auseinander."Mit großem Abstand, über 38 Prozent weniger Umsatz, steht Roland Berger auf Platz zwei, dicht gefolgt von BCG. Booz sichert sich mit 262 Millionen Euro Platz vier. Obwohl Bain mit 193 Millionen Euro und Platz 7 hinter Oliver Wyman (5) und A.T. Kearney (6) liegt, spielt die Beratung im Feld der Top-Strategen eine ganz besondere Rolle. Während die Konkurrenz den deutschen Markt schon früh für sich entdeckte, war Bain eine Art Spätzünder - wuchs aber sehr schnell. "In den letzten Jahren hat Bain unglaublich viel Kraft und Energie investiert und sich weit nach vorne katapultiert", sagt Ansgar Richter, Professor für Strategie und Organisation an der European Business School (EBS)."Was die Bekanntheit der Marke und den Ruf angeht - allgemein wie auch bei Absolventen und Young Professionals - stechen McKinsey und BCG deutlich heraus", sagt Richter. Das bestätigt das aktuelle Arbeitgeber-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Universum Communications. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern haben alle fünf Strategieberatungen den Sprung unter die Top 100 geschafft. McKinsey und BCG belegen die Spitzenränge 5 und 8, Roland Berger Rang 25, Bain Rang 66 und Booz Rang 68. Die Top-Strategen wetteifern also nicht nur um Kunden, sondern auch um den Nachwuchs. "Wer bei uns ein Angebot bekommt, hat in der Regel auch eins bei der Konkurrenz", sagt Per Breuer, Partner bei Roland Berger.Berater im PorträtDie Exotin: Annette HäfeleDer Doktorand: Oliver EhrlichDer Verweigerer: Anton Jurina
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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