Uni-Ranking

Top-Adressen für den Aufstieg

Daniel Rettig / wiwo.de
Dabei sollte gerade der Bachelor den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Theoretisch jedenfalls. Die Wirklichkeit ist eine andere – gerade beim ersten Job ist der Mangel an praktischen Erfahrungen eines der größten Hindernisse: 71 Prozent der Personalchefs ist sie enorm wichtig – vor vier Jahren sagten das nur 46 Prozent. Zumindest Raissa Sachs dürfte bei der Jobsuche im Sommer 2012 keine Probleme haben. Die 25-Jährige absolviert derzeit ihr Masterstudium in Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt – die im aktuellen Uni-Ranking ebenfalls herausragt. In insgesamt sechs Fächern landet die Hochschule unter den Top fünf. So viele Spitzenplatzierungen ergattert keine andere Uni.

Sachs wird bei ihrer künftigen Bewerbung allerdings nicht nur mit ihrem Fachwissen oder dem Zeugnis einer renommierten Uni punkten können. Sie hat auch festgestellt, dass die TU Darmstadt sie „optimal auf das Berufsleben vorbereitet“. Seit sie nebenbei beim IT-Dienstleister des Fresenius-Konzerns in Bad Homburg jobbt, hat sie schon einige Male Kollegen mit Wissen aus dem Studium helfen können. Ein klarer Pluspunkt für ihre Bewerbung – und für die Uni.

Die Hochschulleitung um den TU-Präsidenten Hans-Jürgen Prömel, der seit 2007 im Amt ist, tut viel dafür, damit die Darmstädter Absolventen einen Wissensvorsprung haben. Schon im ersten Semester arbeiten die Studenten in Projektgruppen zusammen, die sich beispielsweise der Minimierung der Feinstaubbelastung oder der Entwicklung neuer Drucker widmen. Seit einigen Jahren gibt es zudem eine „Prozesslernfabrik“. In einer eigens gebauten Halle können die Studenten den gesamten Produktionsprozess nachvollziehen – von der Bestellung von Werkstoffen bis zur Auslieferung des fertigen Produkts. Vor einigen Wochen eröffnete Prömel zudem das „House of IT“, das in Zusammenarbeit mit der hessischen Landesregierung und Softwareunternehmen entstanden ist. Dort sollen Informatiker, Ingenieure und Ökonomen zusammen forschen – ein weiterer Baustein in Prömels Zukunftsstrategie.

Zahlreiche Dax-Vorstände haben ebenfalls an Spitzenunis wie Aachen, Darmstadt oder Mannheim den Grundstein für ihre spätere Karriere gelegt. Doch auch wer keine dieser Hochschulen besucht, sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Die Personalchefs sehen die aktuellen Jobaussichten so optimistisch wie lange nicht: Knapp 85 Prozent bewerten sie derzeit als gut. Im vergangenen Jahr sagten das nur 39 Prozent.

Methodik

Anfang des Jahres bekamen etwa 6.800 deutsche Personalverantwortliche einen Fragebogen zugeschickt. Anlass: das exklusive Hochschulranking der Wirtschafts-Woche in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Universum Communications und dem Recruiting-Dienstleister Access KellyOCG. Die Methodik unterscheidet sich erheblich von anderen Ranglisten – jene befragen Studenten oder legen den Fokus auf die wissenschaftliche Qualität der Universitäten. Das Ranking der Wirtschafts- Woche legt den Schwerpunkt bewusst auf Praxisrelevanz. Denn es sind die Personaler, die „Zielunis“ definieren – also Hochschulen, von denen sie bevorzugt Absolventen einstellen. Dementsprechend lauteten die Fragen: Welche Unis und Fachhochschulen bilden die Studenten am besten aus? Bevorzugen Sie Bachelor-, Master- oder immer noch Diplom-Abschlüsse? Im Fokus standen wirtschaftsnahe Fächer wie BWL und VWL sowie Ingenieurwissenschaften und Informatik. 516 Personalverantwortliche beteiligten sich an der Umfrage. Zwei Drittel von ihnen arbeiten bei Konzernen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

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Der Artikel ist zuerst erschienen auf wiwo.de.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.04.2011

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