Techniker-Chef verdient am meisten


Die gesamtwirtschaftlichen Probleme in der Finanzkrise schlagen sich nicht auf die Gehälter der Krankenkassen-Manager nieder. Im Gegenteil: Im vergangenen Jahr kassierten viele Vorstände von gesetzlichen Krankenkassen sogar mehr als 2008.

Euroscheine Auch 2009 haben die Krankenkassen-Vorstände gut verdient Foto: © ElenaR - Fotolia.com

Spitzenreiter war nach den im Bundesgesetzblatt neu veröffentlichten Zahlen der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen: Sein Grundgehalt stieg um immerhin 25 000 Euro auf rund 271 000 Euro. Dies hatte zuvor auch die „Bild“-Zeitung berichtet. Ein TK-Sprecher sagte auf Anfrage, das Gehalt von Klusen sei angesichts von Beitragseinnahmen von 18 Milliarden Euro „sehr angemessen“.

Die Kasse verlange auch keine Zusatzbeiträge. Nach den neuen Zahlen erhielt DAK-Chef Herbert Rebscher, dessen Kasse seit Februar Zusatzbeiträge von acht Euro pro Monat erhebt, rund 235 000 Euro, Barmer-Chefin Birgit Fischer etwa 203 000 Euro.
Das waren jeweils rund 4000 Euro mehr als 2008. Der Chef der AOK Bayern, Helmut Platzer, konnte sich zusätzlich zum Gehalt von 176 000 Euro über einen Bonus von 50 820 Euro freuen.

Das war sogar mehr als das Grundgehalt von 170 000 Euro plus 20 Prozent Erfolgsprämie für den Spitzenmann des AOK-Bundesverbandes, Herbert Reichelt.  

Die Vorstandsvorsitzende des Krankenkassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, bekam ein Jahressalär von 226 250 Euro. Sogar einen Tick darüber lag der Chef der AOK Plus (Sachsen/Thüringen), Rolf Steinbronn, dessen Gehalt von 179 500 Euro sich noch durch eine Prämie von 47 880 Euro aufbesserte. Der BKK-Landesverband Nordrhein-Westfalen zahlte Vorstand Jörg Hoffmann zum Gehalt von 175 000 Euro noch 45 000 Euro Bonus. 

Ärztefunktionäre verdienten ebenfalls nicht schlecht: Andreas Köhler, der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erhielt 2009 ein Gehalt von 260 000 Euro, sein Kollege bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Jürgen Fedderwitz, 240 585 Euro. Gute Altersversorgungen, die sich an den Pensionen von Spitzenbeamten orientieren, kommen hinzu. So zahlt die AOK Bayern ihrem Chef im Ruhestand 60 Prozent des Grundgehaltes. Das sind derzeit 105 600 Euro im Jahr.


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