Auslandserfahrung sammeln, mit hohen Anforderungen klar kommen, lernen, wie man richtig führt: Die größten Mythen über Trainee-Programme und was wirklich dran ist.
Mythos 1: "Ein Trainee-Programm ist für mich verplemperte Zeit, denn ich weiß schon ganz genau, was ich will."Trainee-Programme dienen nicht primär der Orientierung. Auch Trainees sollten schon beim Einstieg wissen, was sie wollen (siehe Mythos 2). Am Trainee-Programm sind vor allem zwei Dinge spannend: Erstens die Off-the-job-Trainings, etwa Seminare und Trainee-Workshops, die danach nie wieder einen solchen zeitlichen Umfang (20 Prozent der Arbeitszeit) annehmen werden, und zweitens die Möglichkeit, persönliche Netzwerke im Unternehmen aufzubauen.Mythos 2: "Beim Trainee-Programm muss ich mich noch nicht festlegen."Es ist ein weit verbreitetes Gerücht, dass Trainees von Marketing bis Controlling in alle Bereiche "reinschnuppern". Die meisten Programme sind funktionsspezifisch: Gesucht wird zum Beispiel ein "Trainee Controlling". Nur wenige elitäre Programme sind breiter angelegt, etwa internationale Traineeships oder beim Vorstand angesiedelte "Konzern-Nachwuchsprogramme".Mythos 3: "Über ein Trainee-Programm werde ich später eine wichtige Führungskraft."Unternehmen investieren in eine Trainee-Ausbildung zwar viel Geld und Zeit. Auch kann sich der Trainee gegenüber dem Direkteinsteiger etwas im Vorteil sehen, was seine Trainings oder sein Netzwerk angeht. Aber wenn es später um die Besetzung von Führungsfunktionen oder Projektverantwortungen geht, dann entscheiden die Fachbereiche nach Leistung und Qualifikation. Ohnehin sind 80 Prozent der Trainee-Budgets in den Personalabteilungen angesiedelt.Mythos 4: "Die Anforderungen für die raren Trainee-Plätze sind sehr hoch, entsprechend üppig ist hinterher das Einstiegsgehalt."Falsch. Ein Trainee-Einsteiger erhält durchschnittlich sogar fünf Prozent weniger Einstiegsgehalt als der Direkteinsteiger. Auch sein Verhandlungsspielraum ist sehr viel geringer.
Mythos 5: "Als Trainee kann ich wertvolle Auslandserfahrung sammeln."Anders als oft vermutet, sind Auslandsstationen nur bei jedem fünften Unternehmen Bestandteil des Einstiegs- oder Nachwuchsprogramms. Ein spezielles "Internationales Trainee-Programm" bieten nur wenige an. Vielen Unternehmen erscheint es zu kompliziert, die meist auf zwölf bis 18 Monate begrenzte Dauer mit der internationalen Nachfrage nach einem Trainee zu synchronisieren. Hier ist Eigeninitiative gefragt.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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