Jura

Spezial-Einsatz für junge Juristen

Ulrike Heitze
Foto: © Junge Karriere
Den bietet zum Beispiel Olaf Schmitt von Perconex. Die Personalberatung ist eigentlich auf die Besetzung von Vollzeitstellen spezialisiert. Sie vermittelt Juristen aber auch auf Projektbasis an Kanzleien, eine Art Zeitarbeitsfirma für Juristen. Die Teilzeitmitarbeiter kommen meist in großen Kanzleien für Projekte zum Einsatz, in denen schnell Papierberge zu analysieren sind. Dazu gehört etwa die Überprüfung von Arbeits- und Mietverträgen im Vorfeld von Firmenübernahmen oder bei Kreditvertragsprüfungen.
"Das kann interessant sein für Leute, die nebenbei ihren Doktor machen oder eine eigene Kanzlei gründen wollen und sich selbst finanzieren müssen", erklärt Schmitt. "Hochgerechnet auf ein Jahr käme man dann immer noch auf ein Gehalt von 35000 bis 40000 Euro. Für eine Großkanzlei ist das nicht viel Geld, für einen Kanzleigründer aber oft ein hochwillkommenes Zubrot." Das bestätigt auch Arbeitsrechtler Oliver Beetz. Er hat sich in der Phase seiner Kanzleigründung genau so über Wasser gehalten und ein halbes Dutzend Großkanzleien kennengelernt. Auf diesem Weg hat der 36-Jährige inzwischen seinen Traumjob gefunden, wie er sagt - bei einer mittelständischen Kanzlei. Die Arbeit mit seinen zehn Kollegen tut ihm gut. "Ich bin ein Teamplayer. Ich brauche den Austausch", sagt er.Sina Lange (Name geändert), die per Zeitarbeit ein Jahr bei einer der größten Kanzleien Deutschlands ausgeholfen hat, berichtet zwar von mitunter langweiligen und unjuristischen Projekten - Datenbankpflege für einen Patentrechtsstreit, zum Beispiel. Andererseits hat die Arbeit einen positiven Effekt auf ihre Bewerbungsgespräche. Neben ihrer Berufserfahrung ist der renommierte Firmenname in ihrem Lebenslauf vermerkt, und darauf wird sie jetzt angesprochen.Die Kernfrage, die sich Absolventen stellen, bleibt aber: Wie finde ich den passenden Job? Es ist ein unübersichtlicher Markt, sagt Isabel Nazari-Golpayegani von der Kanzlei Maat. Sie empfiehlt, "erstmal das eigene Profil zu klären" und sich kritisch zu hinterfragen: Für welche Branche und welches Rechtsgebiet möchte ich mich spezialisieren? Wie wichtig ist mir Internationalität? Sehe ich mich eher als anwaltlicher Berater im Hintergrund oder lege ich Wert auf die Vertretung der Parteien in Verhandlungen oder vor Gericht? Und wie müsste die passende Kanzlei dazu aussehen?Und zum Schluss ist Fleißarbeit gefordert. "Dann hilft es nur noch, sich umzuhören und so viele Gespräche wie möglich zu suchen."Jura-Spezial
Lesen Sie in den folgenden Porträts, welche Karrierewege für Juristen möglich sind.
Energierecht: Weniger Freiheit, mehr TeamarbeitVerkehrs- und Arbeitsrecht: Juristischer Jobnomade
Dieser Artikel ist erschienen am 01.05.2009

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Themen im Überblick

Werden Sie eine Fair Company

Allgemeinbildung

Jetzt Neu: Die besten Vertriebsjobs

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport