Arbeitsplatz

So kriegen Sie Ihren Chef in den Griff

Nike Zafiris
Der Kontroll-FreakFoto: © Emanuel Bloedt
Mein Chef kritisiert mich ständig - auch vor anderen!
"Fällt es Ihnen auch noch so schwer, gehen Sie trotzdem nicht sofort dagegen an, denn als Führungskraft sitzt Ihr Chef am längeren Hebel. Nehmen Sie die Kritik also erst mal hin - auch vor Kollegen. Bestätigen Sie Ihrem Vorgesetzten in der konkreten Situation, dass sie ihm zugehört haben. Bitten Sie ihn außerdem um ein wenig Zeit, um über seine Kritik nachzudenken und vereinbaren Sie direkt anschließend einen Termin für ein persönliches Gespräch. In diesem Gespräch geben Sie Ihrem Chef eine Rückmeldung. Verweisen Sie darauf, dass sich die ständige harsche oder öffentliche Kritik negativ auf Ihre Leistung auswirken kann. Ein Ansatz wäre: "Damit ich meine Arbeit gut mache, muss ich diese im Raum stehende Kritik mit Ihnen klären." Generell sollten Sie selbst immer Ihre Arbeitsleistung in den Vordergrund stellen und nicht persönlich werden. Versuchen Sie außerdem, auf Positivem aufzubauen. Schlagen Sie Ihrem Chef zum Beispiel vor, einmal diejenigen Sachen zu benennen, die seiner Meinung nach gut klappen bei Ihnen, damit Sie sich in Zukunft besser danach ausrichten können." (Christine Weiner).Mein Chef ist ein Kontroll-Freak und macht deshalb am liebsten alles selbst! "Hier müssen Sie gegensteuern. Die sanfte Option lautet: Stellen Sie Ihrem Chef Fragen wie "Welche Aufgaben soll ich übernehmen?" oder "Wo brauchen Sie Entlastung?" Weil Sie so riskieren, einen Auftrag zu erhalten, den Sie gar nicht übernehmen wollen, ist es cleverer, ihm ein konkretes Projekt vorzustellen, das Sie eigenverantwortlich steuern möchten. Stellen Sie Ihre Kompetenzen in den Vordergrund und begründen Sie, warum Sie der geeignete Betreuer sind. Willigt Ihr Chef ein, lassen Sie die Sache aber nicht auf sich beruhen. Denn Kontroll-Freaks sind Perfektionisten und brauchen Rückmeldungen. Sie sind aber auch unsichere Menschen und brauchen Garantien. Diese verschaffen sie sich über Kontrollen. Kommen Sie dem zuvor und informieren Sie Ihren Boss regelmäßig über Erfolge. So beweisen Sie ihm, dass er sich auf Sie verlassen kann." (Christiane Drühe-Wienholt).Mein Chef nimmt keine Kritik an! "Ein gelungenes Feedback an den Vorgesetzten ist die hohe Kunst. Am besten gehen Sie folgendermaßen vor: Fragen Sie zunächst an, ob Ihr Chef Interesse hat an einer Rückmeldung. Denn ein Feedback muss erbeten werden. Benutzen Sie das Gespräch aber nicht, um Ihrem Boss einen reinzuwürgen, sondern um Missverständnisse oder Fehlerquellen auszuräumen. Bei den Sensibelchen unter den Chefs kommt es besonders auf die Wortwahl an. Vermeiden Sie daher das Wort Kritik und formulieren Sie außerdem immer nur Ich-Botschaften: "Ich habe das so wahrgenommen, bei mir kommt das so an." Und achten Sie darauf, den eigenen Standpunkt so konkret, aber auch so gelassen wie möglich vorzutragen. Ein freundlicher Blick und eine positive Körperhaltung wirken manchmal Wunder. Am besten überlegen Sie sich schon mal zu Hause, was genau Sie Ihrem Boss wie sagen wollen, denn dann geht es Ihnen in der konkreten Situation leichter über die Lippen." (Christine Weiner).Mein Chef trifft keine Entscheidungen und legt sich nie fest!"Wenn Ihr Chef sich am liebsten alle Optionen offen hält, setzen Sie ihn auf keinen Fall unter Druck. Machen Sie ihm aber klar, wie wichtig es ist, dass im konkreten Fall zeitnah eine Entscheidung getroffen wird, und zeigen Sie ihm dazu ruhig direkt verschiedene Optionen auf. Falls das alles nichts bringt, müssen Sie auf jeden Fall lernen loszulassen. Vielleicht handelt Ihr Boss ja in Politiker-Manier und weiß, dass man manchmal Sachen auch sehr gut aussitzen kann. Vielleicht wird er sich auch irgendwann doch entscheiden, wenn auch nicht so schnell, wie Sie das gerne hätten. Setzen Sie sich also auch nicht selbst unter Druck und versuchen Sie nicht, das Verhalten Ihres Chefs zu kompensieren. Denn im Endeffekt trägt er die Verantwortung und nicht Sie als Mitarbeiter, auch wenn durch sein Zögern Dinge den Bach runtergehen. Wichtig: Lassen Sie sich dann bloß nicht die Schuld in die Schuhe schieben." (Christiane Drühe-Wienholt).

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