Richtig verhandeln

So klappt es mit der Gehaltserhöhung

Ulrike Heitze
Eins steht für Sie fest: Ihre Leistungen werden nicht angemessen honoriert. Also auf zum Chef und eine Gehaltserhöhung verlangen. Doch aufgepasst: Gerade bei Gesprächen über Geld lauern tückische Fallen. Ulrike Heitze hat fünf Gebote aufgestellt, die Sie in Ihrer Gehaltsverhandlung unbedingt befolgen sollten.
Wer mehr Geld will muss geschickt verhandelnFoto: © Yanik Chauvin - Fotolia.com
1. Gebot: Denken Sie wie Ihr Chef
Warum sollte Ihr Chef Ihnen mehr Gehalt  zahlen? Sie bekommen doch schon gutes Geld. Mehr wird er nur gegen ein entsprechendes Mehr an Leistung rausrücken. Setzen Sie die Chefbrille auf: Welchen Job erwartet der Boss eigentlich von Ihnen? Sind Ihre zusätzlichen Erfolge überhaupt wichtig und wertvoll für ihn? Wie hoch stehen Sie bei ihm im Kurs? Schätzt er Ihre Leistungen auch so ein wie Sie? Und: Chefs lieben Zahlen - also liefern Sie sie: Wie viel neue Kundschaft, Umsatz, Ersparnis oder Gewinn haben Sie dem Unternehmen gebracht? Wer dem Chef die zurückliegenden Erfolge als Vorgeschmack verkaufen und ihm noch mehr in Aussicht stellen kann, hat bessere Chancen auf ein Gehaltsplus.Gute Argumente: Leistungen, die über den normalen Job hinausgehen, zum Beispiel: erfolgreich neue Aufgaben übernommen, Seminare besucht und jetzt umgesetzt, Projekte durch besonderen Einsatz gerettet, mehr Verantwortung übernommen, Azubis betreut, Seminare gehalten, Fachartikel veröffentlicht und damit das Firmenimage aufpoliert, Kollegen länger vertreten, Verbesserungsvorschläge eingebracht und umgesetzt, Kosten gesenkt, Kunden angeschleppt, interne Abläufe optimiert.Schlechte Argumente: Den bisherigen Job unverändert (gut) gemacht, seit fünf Jahren keine Erhöhung mehr bekommen, seit zehn Jahren im Unternehmen, die Kollegen kriegen alle mehr, in der Branche wird überall mehr gezahlt, das Leben ist teurer geworden, das Haus muss abbezahlt werden, außergewöhnliche Leistungen, die schon zwei Jahre zurückliegen.

Nur wer sich gründlich vorbereitet, kann in der Gehaltsverhandlung bestehen. Welche Taktik führt Ihrer Meinung nach zum Erfolg?2. Gebot: Machen Sie sich verhandlungsfitWer schon vor dem Gespräch nicht weiß, was er genau will, kann sich mit dem Chef nicht gut in der Mitte treffen. Und wer seine Pluspunkte nicht ansprechend verpackt, muss sich nicht wundern, wenn der Kunde die Ware enttäuscht wieder weglegt. Besser also, wenn man im Gespräch seine Wünsche und Argumente gleich bei der Hand hat.Klären Sie für sich: Wie viel Gehalt mehr wollen Sie mindestens haben? Muss es Festgehalt sein? Oder könnten Sie mit einer leistungsabhängigen Zulage oder einer einmaligen Prämie à la "Wenn ich das nächste Projekt erfolgreich abwickle, gibt es xy Euro" leben? Können Sie steuerfreie Extras wie Kindergartenplatz, Gratis-PC oder Benzingutscheine gebrauchen?Recherchieren Sie: Was kriegen die anderen in Ihrem Büro, wie geht es Ihrem Unternehmen - Auftragslage, Gewinne, Personalentwicklung? Wie steht es um die aktuellen Gehaltsrunden? Wie zahlt die Konkurrenz? Wie ist Ihr Gesprächspartner drauf: Verträgt er klare Worte, versteht er nur Zahlen oder muss man ihm über die Schleimspur kommen?Legen Sie sich Ihre Argumente zurecht und sprechen Sie sie laut aus. Aufschreiben ist die eine, Aufsagen eine ganz andere Sache. Entwerfen Sie eine grobe Gesprächsdramaturgie. Denken Sie sich Einwände aus, kontern Sie.Üben Sie mit Freunden, die den unwilligen Chef markieren.Gehalts-Check: Wissen Sie, ob Sie genug verdienen?
 

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