Porträt

Sie rückt nur allzu gern mit der Sprache raus

Diana Fröhlich
Kostadinova ist dezent geschminkt, trägt die braunen Haare mit dem rötlichen Schimmer schulterlang. Wenn sie sie hinters Ohr klemmt, kommen goldene Ohrringe zum Vorschein, passend zur goldenen Halskette. Sie ist eine elegante Frau, der man ihr Alter nur an den kleinen Fältchen an den Augen ansieht.Attraktivität und Erfolg: Das sind Dinge, die ihr viel bedeuten und für die sie viel tut. Auf die Frage, ob sie ehrgeizig sei, antwortet sie mit einem deutlichen Ja. Sie sei eben eine Unternehmerin aus vollem Herzen. Und eine, die nicht nur am Schreibtisch sitzt. Im Gegenteil, sie gehe ständig auf Konferenzen, Tagungen, Netzwerktreffen. Sie sucht den Kontakt zu Gleichgesinnten.Und zu möglichen Auftraggebern. Kostadinova kennt die lokalen Stammkunden, Unternehmen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen, die ihr Aufträge geben und damit Umsatz garantieren. Und darauf kommt es ihr an. Im Gespräch mit ihren 25 Mitarbeitern bohrt sie unablässig nach, hört aufmerksam zu, lobt und tadelt. Kostadinova nennt ihren Führungsstil "kreativ".Weil sie weiß, dass ihre Mitarbeiter meist direkt von der Uni kommen, lässt sie sie viel eigenständig machen - allerdings unter ständiger Beobachtung. Sie schwärmt von den Umsätzen ihrer engsten Mitarbeiterinnen, und von der Qualität ihrer Arbeit. Zu Beginn der Wirtschaftskrise musste sie ein paar von ihnen entlassen, doch jetzt geht es wieder aufwärts. Noch in diesem Sommer wird sie wieder eine Handvoll einstellen - und ab 2012 sogar das erste Büro in Südamerika eröffnen - die Auftragslage lässt es zu.VITADie Bulgarin Nelly Kostadinova wird im November 1955 in Pernik, nahe Sofia geboren.Ihr Slawistik-Studium an der Uni Sofia beendet sie 1979, ein Jahr vorher wird Sohn Dimitri geboren, ein Jahr später Tochter Vesselina.Nach einem Fernstudium Journalistik beginnt sie 1983 als Redakteurin einer Lokalzeitung im Balkangebirge.Als "Journalistin des Jahres" wird Kostadinova 1988 ausgezeichnet. Das Thema: Die Kulturgeschichte Bulgariens.1990 geht sie mit einem Stipendium der Konrad-AdenauerStiftung nach Köln, lernt Deutsch und schreibt zunächst für bulgarische, später dann für deutsche Medien.In Köln eröffnet sie dann auch ihre eigene Firma. Seit 1997 gibt es den Dolmetscher- und Übersetzungsservice Lingua-World.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.07.2010

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