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"Plastiktüten sollten verboten werden"
Was machen Sie mit Ihrem Müll an Bord?
Es wird kaum welchen geben. Wir haben einen Kompost an Bord, ein Minigewächshaus, in dem wir einen Teil der Verpflegung anbauen und nehmen Angelequipment mit. Der Restmüll wird bei den Zwischenstopps entsorgt, wo auch die Crew wechselt. Nur ich und der Kapitän werden die vollen vier Monate an Bord sein.
Die Flaschen haben Sie mit einer Mischung aus Cashewnüssen und Zucker zusammengeklebt. Wollen Sie so den Risikofaktor erhöhen oder ist das eine Essens-Notration?
Weder noch, aber wir hatten uns das Ziel gesetzt, ein Schiff zu bauen, das wir komplett entsorgen können. Jetzt sieht es so aus, dass das Boot nach unserer Rückkehr im Museum landet.
Warum heißt die Expedition "The Plastiki"?
Der norwegische Archäologe Thor Heyerdhal hat 1947 ein Inka-Floß aus Balsaholz und anderen Naturmaterialien nachgebaut und ist zur Kontiki-Expedition gestartet ist. Er fuhr damit von Peru aus über den Pazifik, um zu zeigen, dass südamerikanische Urvölker das auch schon konnten und hat so viel Aufmerksamkeit erregt. Etwas Ähnliches schwebt uns auch vor - nur geht es jetzt um Umweltverschmutzung.
Und die Plastikflasche ist das Symbol des weltweiten Müllproblems?
Ja und nein. Das Problem ist, dass Plastik noch zu wenig recycelt wird. Das ist eine riesige Ressourcenverschwendung, weil man drei bis fünf Liter Wasser braucht, um eine Ein-Liter-Flasche zu produzieren. Dazu kommen Transportkosten. Außerdem ist das Material unglaublich vielseitig einsetzbar.
Plastik ist also ein nachhaltiger Rohstoff?
Ja, wenn man es weiterverarbeitet, kann man Häuser daraus bauen, Windturbinen, Möbel, Segelboote. Es gibt sogar ein Verfahren, bei dem man mit Hilfe von Plastikflaschen Wasser desinfizieren kann.
Dann sind Plastiktüten viel problematischer, weil sie gar nicht recycelt werden?
Ja, Plastiktüten sollten komplett verboten werden, die bringen wirklich niemanden irgendetwas. Es braucht so viel Energie, Strom, Öl, um sie herzustellen und im Schnitt landen sie nach 15 Minuten im nächsten Mülleimer. Das ist Schwachsinn.
Aber Sie haben auch schon mal eine Plastiktüte gebraucht?
Doch, klar, aber ich versuche es mittlerweile komplett zu vermeiden.
Sagen Sie das anderen Leuten im Supermarkt auch?
Jeder muss selber wissen, wie er Abfall reduzieren kann. Aber klar, auch kleine Schritte können große Auswirkungen haben, wenn alle mitmachen.
Sie sind aber mehr für die großen Schritte?
Wenn wir das Müllproblem wirklich lösen wollen, brauchen wir systematische Veränderungen. Die Unternehmen müssen ihre Wertschöpfungsketten auf Nachhaltigkeit überprüfen. Vor allem aber müssen sich die Konsumenten ihrer Verantwortung bewusst werden.
Das heißt, wir als Konsumenten können die Umwelt retten?
Nein, wir als Konsumenten müssen den notwendigen ersten Schritt machen. Aber nur eine Energiesparlampe zu benutzen und sonst nichts zu ändern, bringt nichts. Erst wenn wir genug nachhaltige Produkte nachfragen und die Unternehmen so unter Druck setzen, werden sie darauf reagieren.
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