Der jüngste Spross der Bankiers-Dynastie, David de Rothschild, will mit einer Expedition auf einem Plastikflaschen-Schiff auf die fünf großen Müllströme aufmerksam machen.
Herr de Rothschild, sind Sie lebensmüde? Sie meinen, weil ich in einem aus 12000 Plastikflaschen zusammengebastelten Schiff von San Francisco nach Australien segeln will?Ja, genau. Ich möchte auf das Müllproblem in den Ozeanen aufmerksam machen. Das hat nichts mit Lebensmüdigkeit zu tun. Ich hab auch keine Angst. Wir fahren sowieso nicht los, bevor wir nicht sicher sind, dass es funktioniert.Wie sind Sie auf die Idee gekommen? 2006 habe ich einen Bericht der UN gelesen, in dem es hieß, dass dringend etwas passieren muss, um zu verhindern, dass die Ozeane zu Plastikmeeren werden. Ich wollte irgendetwas tun. Am Ende stand die Idee des Plastikflaschenbootes.Könnten Sie das Gleiche machen, wenn Sie nicht de Rothschild hießen und der jüngste Sohn der Bankiers-Dynastie wären? Natürlich. Ich glaube, schlussendlich kommt es darauf an, was man macht, und nicht darauf, wie man heißt. Das Plastiki-Projekt ist so glaubwürdig, weil so viele Leute daran mitarbeiten, die wirklich gut sind und Ahnung von dem haben, was sie da bauen. Es ist eine historische Chance, zu zeigen, was man mit vermeintlichem Müll alles machen kann.Also trifft Sie der Vorwurf nicht, der reiche Erbe zu sein, der sein Geld als Weltverbesserer verprasst? Nein, weil der Vorwurf nicht stimmt und ich mein eigenes Geld verdiene.Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie anfingen, als Umwelt-Aktivist zu arbeiten? Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Natürlich haben sie sich ein bisschen Sorgen gemacht, als ich 2004 in die Antarktis gereist bin. Aber sie sind eher stolz auf mich, weil ich meinen eigenen Weg gehe und damit vielleicht sogar etwas verändern kann.Sie gehören zu den Young Global Leaders, die vom World Economic Forum in Davos ernannt werden. Hilft Ihnen das bei Ihren Aktionen? Ich freue mich Teil dieser unglaublich inspirierenden Gruppe junger Menschen zu sein, die alle tolle Ideen haben und auch den Willen, sie umzusetzen. Aber sich für die Dinge einzusetzen, die einem wichtig sind, kann ehrlich gesagt auch jeder andere.Wann stechen Sie mit Ihrem Plastikflaschenboot in See? Das Boot ist im Wasser, wir setzen die Segel, wenn das Wetter stimmt. Schließlich werden wir vier Monate unterwegs sein, und diese Expedition ist einzigartig - also wissen wir auch noch nicht, was uns erwartet.Sie fahren zum sogenannten Großen Müllstrudel des Pazifik. Was ist das? Es gibt in den Weltmeeren insgesamt fünf große Müllstrudel. Durch die Strömungen bilden sich gigantische Müllteppiche, hauptsächlich aus Plastik. Der, durch den wir durchsegeln, ist der größte. Er nimmt eine Fläche ein, die zweimal so groß wie Texas ist.Was wollen Sie damit erreichen? Ich wusste lange selbst nicht, dass es diese Müllstrudel überhaupt gibt. Da landet alles, was vom Land und von Schiffen ins Wasser geschmissen wird. Wir fahren hin, fotografieren und filmen ihn, weil dieses Problem vielen Menschen überhaupt nicht bewusst ist.
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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