Die Personaler haben weit mehr zu tun, als nur für Mitarbeiter ein paar Seminare zu organisieren. Sie begleiten Talente auf dem Weg an die Spitze - und sind dabei zugleich Berater, Controller, Moderator, Trainer und Stratege.
Das Erfolgserlebnis von Michael Pohl ist rot-gelb, hat vier Räder, eine Gangschaltung und steht auf seiner Fensterbank: der Traktor "Porsche Diesel Master". In den 50er Jahren war er im Original auf dem Markt, heute gibt es ihn als Modell im Maßstab 1:25. Dass das Blechfahrzeug zu den beliebtesten Sammlerstücken im Porsche-Geschenk-Shop gehört, ist auch Pohls Verdienst. Dabei hat der 38-Jährige nicht allzu viel Ahnung von Modellbau. Pohl ist Personalentwickler - und der Mini-Traktor ein Beweis dafür, dass sich sein Beruf keineswegs in der Auswahl ein paar netter Seminare erschöpft.Denn "auf die Spur" gebracht, wie es bei Porsche so schön heißt, haben das Treckermodell die Nachwuchskräfte des schwäbischen Autobauers, die Michael Pohl betreut. Während ihres zweijährigen Weiterbildungslehrgangs entwarfen sie das Treckermodell, gaben es in die Fertigung, loteten Verkaufsmöglichkeiten aus und kalkulierten Kosten. "An dem Traktor sieht man mal wieder, dass wir ein Ingenieurunternehmen sind", lacht Pohl. "Selbst an eine Gangschaltung und eine Handbremse haben meine Kollegen gedacht."Michael Pohl freut sich, dass er die Ergebnisse seiner Arbeit auch mal in Händen halten kann. Als einer von sieben Referenten kümmert er sich bei Porsche in Stuttgart um die Personalentwicklung, also um die Weiterbildung und die Qualifizierung der Mitarbeiter. Im Idealfall befähigt er sie, Führungsaufgaben zu übernehmen und Verantwortung zu tragen. Erfolge zum Anfassen wie das Traktormodell hat der Diplom-Ökonom allerdings selten.
Zunehmend gewinnt die Personalentwicklung an Bedeutung. In Zeiten, in denen Maschinen und Produkte in Billiglohnländern mühelos kopiert oder günstiger produziert werden können, kommt es auf die Köpfe, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen an."In Zukunft werden Talentmanagement und Personalplanung immer stärker in den Mittelpunkt der Human-Ressources-Aktivitäten rücken", heißt es in einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Deloitte.Freie Seminarwahl gibt's nicht mehr"Das Human-Ressources-Management gewinnt wieder an Bedeutung", betont Udo Völke, Geschäftsführer der Personalberatung TMP Communication & Services. "Die Personalabteilungen haben in den vergangenen Jahren restrukturiert und ihre Teams heruntergefahren; jetzt suchen sie wieder qualifizierte Einsteiger für die Personalabteilungen. Das ist keine einfache Aufgabe: Die Personalarbeit hat sich stark verändert, die Anforderungen sind gestiegen."So ist es auch bei Porsche, einem der beliebtesten Arbeitgeber bei Studenten und Absolventen. Personalentwicklung sei zwar immer wichtig gewesen, betont Pohl. "Allerdings wird die Arbeit anspruchsvoller: Führungskräfte werden bei diesem Thema immer professioneller, und Mitarbeiter haben genaue Erwartungen."Vorbei die Zeiten, in denen die Personalabteilung ein breites Angebot an Seminaren ins Intranet stellte und die Belegschaft frei auswählen ließ.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
Meterhohe Aktenstapel, Fotos von den Kindern, Spielfiguren aus Plastik: Schreibtische sind nicht nur nüchterne Arbeitsfläche, sondern Spiegel der Seele und unserer Gesellschaft. Weil unsere Arbeitswelt im Umbruch ist, wird der eigene Schreibtisch aber zum Auslaufmodell. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsplätzen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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