Karriere

Mit Vorbildern zum Erfolg

Liane Borghardt / wiwo.de
Als der Berufsanfänger Löscher 1988 von der Unternehmensberatung Kienbaum zum Chemie-Konzern Hoechst wechselte, ließ Dormann dort keinen Stein auf dem anderen. Sein Mentee Löscher beschrieb es „als bislang spannendste berufliche Aufgabe“, den Umbau vom Chemie- zum Life-Science-Konzern unter Dormanns Führung „hautnah mitgestalten und miterleben“ zu können.Als Löscher schließlich 2007 überraschend zum Siemens-Chef berufen wurde, war es wiederum sein Mentor, der Aufsichtsratschef Gerhard Cromme den entscheidenden Tipp gab.Impulsgeber, Wertevermittler oder Quell der Inspiration – diese Umschreibungen verwenden erfolgreiche Manager häufig, wenn sie von ihren Vorbildern sprechen. Im direkten Jobumfeld sind sie allerdings selten. Häufig sind es Eltern, Verwandte, Freunde und Lehrer, die unsere Lebensmotti prägen. Als der „Stern“ 2003 nach den Idolen der Deutschen fragte, landete „Mama“ mit 35 Prozent der Stimmen auf Platz eins, auf Platz drei „Papa“ mit 32,5 Prozent – lediglich verdrängt durch Mutter Teresa mit 34,9 Prozent. Danach erst folgten Staatsmänner wie Nelson Mandela (31,7 Prozent) oder Michail Gorbatschow (31,1 Prozent).Vorbilder aus dem UmfeldEs müssen ja auch nicht immer die großen Namen aus der Geschichte sein. Die meisten Erwachsenen suchen sich ihre Vorbilder – mehr oder weniger bewusst – in erster Linie im persönlichen Umfeld, sind Wissenschaftler überzeugt.Karen Heumann zum Beispiel, Vorstandsmitglied der Werbeagentur Jung von Matt, zitiert noch heute gern den Lieblingsspruch ihrer Großmutter, wenn es darum geht, mehr zu leisten als verlangt: „Von nichts kommt nichts.“Allerdings bedarf es oft einigen Nachdenkens, um sich dieser prägenden Menschen bewusst zu werden. Die pauschale Abwehr „Ich habe keine Vorbilder“ oder „Ich bin doch keine Kopie“ lassen Psychologen jedenfalls nicht gelten.Als die Publizistin Dana Horáková zahlreiche deutsche Führungskräfte nach ihren Vorbildern befragte, zeigte sich dort ein auffälliges Nebeneinander von nahestehenden Menschen und Berühmtheiten. Genannt wurden Martin Luther King und Konrad Adenauer ebenso wie die eigene Mutter oder der Klassenlehrer.

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