Firmen-Image

Mieser Ruf schreckt Bewerber nicht ab

Gero Brandenburg
Schon jetzt, auf dem Höhepunkt der Krise, zeigen aktuelle Umfragen der Marktforscher von YouGovPsychonomics, dass die Öffentlichkeit zwischen Konzernmarke und Arbeitgeberimage trennt. Beide Werte wurden zuletzt sehr negativ gesehen. Doch die Marke an sich wurde noch mal schlechter bewertet als das Image.Jede Presse ist gute PresseAuch wenn es paradox klingt: Breite Aufmerksamkeit kann für Unternehmen sogar dann von Vorteil sein, wenn die Berichterstattung negativ besetzt ist. Das gilt umso mehr, je unbekannter das Unternehmen bislang war. Die Deutsche Flugsicherung, die wegen der isländischen Vulkanasche zuletzt immer wieder Flugverbote über Deutschland verhängte und dafür teilweise auch heftige Kritik einstecken musste, berichtet über eine gestiegene Zahl von Bewerbern.Employer-Branding-Berater Carsten Franke spricht vom "Scheinwerfersyndrom" und erläutert: "Im Licht der Öffentlichkeit werden viele Unternehmen erst richtig sichtbar und damit für potenzielle Arbeitnehmer interessant."Die Handelsblatt-Anfrage, wie sich die Bewerberzahlen seit Beginn der Ölpest entwickelt haben, ließ BP allerdings unbeantwortet. Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat natürlich außergewöhnliche Dimensionen und der öffentliche Aufschrei ist außergewöhnlich groß. Da hilft nur gute Krisen-PR. Auf diesem Gebiet zumindest hat sich BP bislang geschickt verhalten. Der Konzern hat schnell Verantwortung übernommen, Schadenersatz angeboten und berichtet detailliert über die Rettungsmaßnahmen. Die Botschaft ist klar: BP tut alles, um die Katastrophe zu bewältigen! Auch so sieht Imagepflege aus.Wenn BP das Bohrloch abdichten kann und die Medien sich auf die Fußball-WM konzentrieren, verschwindet die Katastrophe auch aus den Köpfen der meisten Arbeitnehmer.IMAGEBedeutung In einer Kienbaum-Studie gaben 83 Prozent der Personalverantwortlichen an, dass das Thema Employer Branding in ihren Unternehmen einen hohen Stellenwert hat. Mehr als die Hälfte sah in Employer Branding die Lösung der demografischen Herausforderung.Wirkung Nach Meinung der Experten hat Employer Branding folgende Wirkung: Es steigert die Attraktivität des Arbeitgebers, verbessert die Mitarbeiterzufriedenheit und das Arbeitsklima, erhöht sowohl die Qualität der Arbeitsergebnisse als auch den Wert des Unternehmens.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.05.2010

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