Marius Möller

"Meine eigene Steuererklärung macht mir keinen Spaß"

Claudia Obmann
Für den Geschäftsbereich Firmenfusionen und -übernahmen haben Sie ja sogar persönlich verantwortlich gezeichnet, als Sie mit 33 Jahren Partner in Frankfurt wurden. Davor waren Sie sechs Monate in Washington für PWC. Ihre Frau ist Ihnen stets mit Sack und Pack und Kindern hinterhergezogen - der Klassiker. War das nie ein Problem in Ihrer Beziehung, dass Ihre Frau Ihnen zuliebe zurücksteckte?
Doch das war ein Thema. Denn auch meine Frau hatte nach der Uni in einem internationalen Unternehmen angefangen. Wir haben uns anfangs manchmal eine ganze Woche lang nicht gesehen. Als der Familienwunsch größer wurde, war klar, dass wir nicht beide in diesem hektischen Berufsumfeld bleiben können. Wir wollten keine Wochenendehe mehr führen. Meine Frau hat sich deshalb als Steuerberaterin selbstständig gemacht.
Um ihren Traumberuf nicht aufgeben zu müssen?
Ja, es war eine gute Möglichkeit, den Beruf mit Kindern in Teilzeit fortzusetzen.
Und wie versuchen Sie, für die Familie Zeit freizuschaufeln?
Ich will das Ritual eines gemeinsamen Frühstücks mit meiner Familie beibehalten und daher möglichst zu Hause übernachten. Ich betreue 28 Standorte, da ist es nicht so wichtig, von wo aus ich starte.
Ist Ihnen das Wochenende heilig?
Im Sinne von Kirchgang? Nein, da gehe ich nicht hin. Ich versuche, Samstag und Sonntag für die Familie freizuhalten, aber natürlich stehen für einen Vorstand auch am Wochenende manchmal Termine an, denen ich nicht fernbleiben kann.
PWC will es Mitarbeitern ermöglichen, Beruf und Persönliches besser zu vereinbaren. Wie halten Sie selbst Balance?
Für Sport im Verein fehlt mir leider die Zeit. Ich packe für Geschäftsreisen aber immer Laufschuhe und eine Trainingshose ein.
Wo kann man Sie joggen sehen?
Meine Lieblingsstrecken sind in Hamburg an der Alster und in Frankfurt entlang des Mains. 
Sie mögen Flüsse?
Nein, eigentlich mag ich die Berge. Skifahren hat in unserer Familie Tradition. Ich habe mit fünf Jahren angefangen. Und auch meine Frau und meine Kinder fahren lieber dreimal in den Schnee als einmal in die Sonne.
Dabei kommen Sie gebürtig doch aus Bensheim an der Bergstraße - das ist ja nicht gerade alpines Terrain. Hand aufs Herz, was lockt Sie mehr: Sport oder Hüttenzauber?
Meine Frau will Hütte, ich mag den Sport. Denn auf der Piste vergesse ich vom ersten Moment an alles Geschäftliche und genieße sofort das Urlaubsgefühl.

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