Gesundheit

Medizintechnik: Die Branche wächst rasant

D. Fröhlich, K. Stricker
Claus Beck, 31, ist Trainee bei Roche Diagnostics:Eigentlich wollte Claus Beck Arzt werden. Doch nach dem Abitur verpasste er den Medizinertest, und so fing er an, zunächst Biologie in Heidelberg zu studieren. Was als Notlösung gedacht war, um die Zeit bis zum Medizinstudium zu überbrücken, entpuppte sich als Traumjob. "Biologie ist in Heidelberg sehr stark auf die medizinische Forschung ausgerichtet, das fand ich so spannend, dass ich dabei geblieben bin", sagt der 31-Jährige.
Nach seinem Studium mit dem Schwerpunkt Humangenetik, Molekular- und Neurobiologie und seiner Promotion ist er bei Roche Diagnostics eingestiegen, in das Post-Doc-Traineeprogramm. Seit gut einem Jahr betreut er als Studienmanager unter anderem klinische Studien für die Zulassung neuer Geräte, mit denen Blut analysiert wird, um zum Beispiel Nierenerkrankungen zu erkennen. "Mein Alltag spielt sich zurzeit weniger an der Laborbank und mehr am Schreibtisch ab." Seine Aufgabe ist es, die für die Zulassung notwendigen, unabhängigen Studien in externen Labors zu organisieren. "Basierend auf unseren Resultaten fällt letztlich die Entscheidung, ob ein neues diagnostisches Gerät marktreif ist oder noch nicht."
Der Job macht dem Mannheimer Spaß, sein ursprünglicher Berufswunsch ist kein Thema mehr. Außerdem hat er sich so einen Medizineralltag mit 60-Stunden-Woche, Schicht- und Wochenenddienst erspart. Und Menschen helfen, das kann Claus Beck auch in seinem jetzigen Job - nur indirekter.
Branko Kusmuk, 32, ist Projektmanager bei GE HealthcareMit seinem Job kann er Menschen helfen: Branko Kusmuk ist Projektmanager Clinical Systems bei GE Healthcare in Hamburg. Der Diplom-Medizintechniker plant und überwacht die Installation von medizinischen Geräten in Krankenhäusern - und hat Kontakt zu den Patienten. "Man muss zum Beispiel auf der Intensivstation ein Beatmungsgerät aufbauen. Auch wenn dort ein schwer kranker Mensch liegt", sagt Kusmuk. Er hat gelernt, mit den Schicksalen der Patienten umzugehen, denn "es gehört zu meinem Beruf einfach dazu". Genau deshalb hat er sich auch für das Medizintechnik-Studium entschieden. Er interessiert sich seit Schulzeiten zum einen für Naturwissenschaften und hat großen Spaß an Biologie, Physik und Chemie. Andererseits will er Kontakt zu Menschen haben. "Ich weiß um meine soziale Verantwortung und nehme meine Aufgabe sehr ernst", sagt der 32-Jährige, der nach dem Studium zunächst bei Mediplan, einer Krankenhausplanungsgesellschaft, Projekte übernahm. Seine Ziele: Er würde gerne für mehr Personal verantwortlich sein und im Ausland arbeiten.Auf Augenhöhe mit dem Doc: Betriebswirte mit Medizinwissen gesucht
Dieser Artikel ist erschienen am 01.04.2008

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