Trends

Mach' mal Pause!

Manfred Engeser / wiwo.de
Wie erreichbar muss ein Arbeitnehmer außerhalb des Arbeitsplatzes sein? Anwälte antworten auf einige der wichtigsten Fragen.Darf mich der Chef im Urlaub anmailen, anrufen und zurückbeordern?Anmailen ja – zurückbeordern nur im Notfall. „Während des Urlaubs ist kein Arbeitnehmer verpflichtet, sein Blackberry oder Handy mitzuführen oder dies ständig im Auge zu behalten“, sagt Michael Kliemt, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Düsseldorf. Der Chef kann zwar versuchen, den Mitarbeiter zu erreichen, antwortet der aber nicht, darf das keine Sanktionen nach sich ziehen. Der Urlaub dient der Erholung. Und einmal genehmigt, kann er nur mit Zustimmung des Mitarbeiters widerrufen werden.Muss ich nach Feierabend oder am Wochenende noch Mails beantworten?„Nach einem zehnstündigen Arbeitstag nicht mehr“, sagt Peter Groll, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Frankfurt. Wer kurz vor Feierabend noch einen Auftrag vom Chef mit dem Hinweis bekommt, dass dieser unbedingt erledigt werden müsse, hat dieser Anweisung nur zu folgen, solange die täglich zulässige Arbeitszeit nicht ausgeschöpft wurde. Die Pflicht, auch am Wochenende ein Diensthandy mitzuführen und erreichbar zu bleiben, bedarf dagegen einer Vereinbarung zur Rufbereitschaft.Kann ich ein Diensthandy ablehnen?Nein. Der Chef kann bestimmen, wie er Mitarbeitern Arbeit zuweist. Somit kann er auch verlangen, „während der Arbeitszeit über ein eingeschaltetes Handy erreichbar zu bleiben“, sagt Anwalt Kliemt. Überdies hat der Arbeitgeber ein Recht zu erfahren, an welchem Ort sich der Mitarbeiter während der Arbeitszeit aufhält.Kann ich Handy oder E-Mail während der Arbeitszeit zeitweise ausschalten?Ja, aber wer sich so verhält, riskiert eine Abmahnung, die im Wiederholungsfall zu einer Kündigung führen kann. Arbeitnehmer können sich nicht einfach für drei Stunden eine Auszeit nehmen – es sei denn, sie brauchen die Ruhe, um hoch konzentriert etwas zu bearbeiten. „Aber auch nur dann“, sagt Anwalt Groll.Lesen Sie mehr zum Thema "Stressbewältigung":
Auszeit für den Stand-by-Manager
Dieser Artikel ist erschienen am 17.08.2010
  • Dauerstress

    Erholungsinseln im Berufsalltag

    Stress lass nach

    24/7 - Burnout: Wer rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche verfügbar und für Chef und Kunden ständig erreichbar ist, der klappt irgendwann zusammen. Der Gesundheitsreport 2011 der Techniker Krankenkasse (TK) alarmiert: Binnen eines Jahres sind Fehlzeiten durch psychische Diagnosen um fast 14 Prozent gestiegen, statistisch gesehen war jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr zwei Tage wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben.

  • Ratgeber

    Sabbatical – Zeit für Andere(s)

    Sabbatical

    Was wir heutzutage mit dem Begriff Sabbatical oder Sabbatjahr verbinden, wird seit alters her auch so gemeint: aufhören, innehalten. Der Begriff geht auf das hebräische Wort sabbat zurück. Das Sabat-Gebot im Alten Testament fordert, den Acker nach sechs Jahren der Nutzung ein Jahr unbestellt zu lassen, auf dass sich der Boden wieder erhole und seine ursprüngliche Fruchtbarkeit zurückgewinne. Lässt sich ohne weiteres auf unsere Arbeitswelt übertragen: Acker = Mensch und Fruchtbarkeit = Leistungsfähigkeit – Kluges Gebot!

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Themen im Überblick

Werden Sie eine Fair Company

Allgemeinbildung

Jetzt Neu: Die besten Vertriebsjobs

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport