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Mach' mal Pause!

Manfred Engeser / wiwo.de
Smartphone und Laptop machen es möglich: Arbeitnehmer sind für ihre Unternehmen oft fast rund um die Uhr erreichbar. Aber ist das immer sinnvoll? Wann ist wirklich Feierabend? Ein Blick in den Arbeitsalltag großer Konzerne.
Der moderne Manager - allzeit erreichbar?Foto: © olly - Fotolia.com
Irgendwann war der Punkt gekommen, da hatte Ralph Demuth keine Lust mehr: Berge von E-Mails hatten sich im elektronischen Postfach des IBM-Projektmanagers angetürmt. Ohne Chance, jemals adäquat beantwortet zu werden. Also zogen Demuth und seine Teamkollegen die Konsequenz – und beschlossen den sofortigen Boykott. „E-Mails haben die Grenze einer sinnvollen Nutzung erreicht“, sagt Demuth. Das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Schritts: „Eine bessere Qualität der täglichen Arbeit.“
Was uns bis vor Kurzem noch wie die überzogene Reaktion von Einzelgängern erschienen wäre, wird heute für Unternehmen und Arbeitnehmer immer wichtiger: angemessen umzugehen mit immer ausgefeilteren Technologien. Abzuwägen zwischen der Freiheit, nach individuelleren Rhythmen zu arbeiten und zu ruhen. Und dem Druck der ständigen Erreichbarkeit, der Smartphones und Laptop zur elektronischen Fußfessel werden lässt.Die Mitglieder der Protestbewegung „Sabbath Manifesto“ haben sich schon entschieden: Sie verzichten einen Tag pro Woche komplett auf elektronische Kommunikation. Kein Telefon, kein Fernsehen, kein Internet, keine Musik, keine Büroarbeit. Stattdessen wieder Menschen begegnen, raus in die Natur – ohne jeglichen Termindruck.Erhöhte Erreichbarkeit für FührungskräfteWas privat noch einfach und einleuchtend klingt, fällt im Berufsalltag zunehmend schwerer. Rund 3500 internet- und E-Mail-fähige Mobiltelefone sowie mehr als 16.000 Laptops sind beispielsweise bei den rund 40.000 Mitarbeitern des Sportartikelherstellers Adidas weltweit im Einsatz. Wer in einem globalen Team über verschiedene Zeitzonen hinweg arbeitet und ein Team oder Projekt leitet, so die Erwartungshaltung in Herzogenaurach, sollte eine „erhöhte Erreichbarkeit“ haben – auch über die offizielle Arbeitszeit hinaus.Ähnlich sieht man es bei Fresenius: Auch wenn es nur in Ausnahmefällen vorkomme – Ereignisse, die „im Sinne des Unternehmenserfolgs ein unverzügliches Handeln erfordern“, seien Grund genug, Freizeit und Urlaub von Führungskräften zu unterbrechen.(Artikel zuerst erschienen bei WirtschaftsWoche Online wiwo.de)
  • Dauerstress

    Erholungsinseln im Berufsalltag

    Stress lass nach

    24/7 - Burnout: Wer rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche verfügbar und für Chef und Kunden ständig erreichbar ist, der klappt irgendwann zusammen. Der Gesundheitsreport 2011 der Techniker Krankenkasse (TK) alarmiert: Binnen eines Jahres sind Fehlzeiten durch psychische Diagnosen um fast 14 Prozent gestiegen, statistisch gesehen war jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr zwei Tage wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben.

  • Ratgeber

    Sabbatical – Zeit für Andere(s)

    Sabbatical

    Was wir heutzutage mit dem Begriff Sabbatical oder Sabbatjahr verbinden, wird seit alters her auch so gemeint: aufhören, innehalten. Der Begriff geht auf das hebräische Wort sabbat zurück. Das Sabat-Gebot im Alten Testament fordert, den Acker nach sechs Jahren der Nutzung ein Jahr unbestellt zu lassen, auf dass sich der Boden wieder erhole und seine ursprüngliche Fruchtbarkeit zurückgewinne. Lässt sich ohne weiteres auf unsere Arbeitswelt übertragen: Acker = Mensch und Fruchtbarkeit = Leistungsfähigkeit – Kluges Gebot!

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