Der Wirtschaftsboom bringt den Unternehmen Probleme. Fachkräfte zu finden, wird immer schwieriger. Innenminister de Maizière forderte deshalb, Zuwanderer stärker willkommen zu heißen. Die Grünen wollen eine Million Menschen zusätzlich weiterbilden.
Fast drei Viertel der deutschen Unternehmen können offene Stellen mit Fachkräften nicht oder nur schwer besetzen. 70 Prozent der Firmen hätten dabei Probleme, berichtete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag in Berlin.Angesichts des Aufschwungs werde sich das Problem verschärfen, warnte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann.Nun sollen verstärkt Zuwanderer helfen. Driftmann verwies darauf, dass zwölf Prozent der Unternehmen mehr ausländische - vor allem gut ausgebildete - Fachkräfte anwerben wollen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte: „Zuwanderung aus dem Ausland kann den Fachkräftemangel dämpfen, aber nicht beheben.“Forderungen auch aus der Koalition nach einem neuen Zuwanderungsrecht erteilte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) eine Absage. Es sei hinreichend flexibel, wirtschaftsfreundlich und ermögliche bei Bedarf Korrekturen. „Die These, das Zuwanderungsrecht sei zuwanderungsfeindlich, setze eine zu hohe Hürde (..) und sei das eigentliche Hemmnis bei der Beseitigung des Fachkräftemangels, diese These halte ich für falsch“, sagte de Maizière. Es fehle aber eine „Willkommenskultur“.Forderungen nach einem Punktesystem für Hochqualifizierte nach kanadischem Vorbild und Korrekturen bei den Gehaltsgrenzen wies de Maizière zurück. Ein Punktesystem sei zu bürokratisch.Dagegen bekräftigte FDP-Generalsekretär Christian Lindner seine Forderung nach einem Punktesystem. „In den nächsten Jahren werden Geringqualifizierte mehr Probleme haben, Arbeit zu finden. Zugleich werden Stellen unbesetzt bleiben, weil die Fachkräfte fehlen.“ Es gehe darum, Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren und das Wachstum nicht durch Fachkräftemangel zu gefährden. „Darum brauchen wir eine Bildungsoffensive und gesteuerte Zuwanderung über ein Punktesystem.“ In der Kritik steht häufig auch die Vorrangprüfung. Danach muss zunächst geprüft werden, ob eine offene Stelle mit einem deutschen Arbeitnehmer oder einem EU-Bürger besetzt werden kann. Es gebe aber bereits viele Ausnahmen, sagte de Maizière.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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