Führungsposition

Klare Trennung zwischen Job und Privatleben

Til Knipper
Und bei den Gefühlen?
Da ist das Ziel, Burn-outs und Depressionen zu verhindern. Die Führungskräfte müssen aber auch bereit sein, sich zu öffnen. So wie fast jeder Spitzensportler einen Psychologen beschäftigt, lassen sich auch immer mehr Manager coachen. Sonst gibt es den Spill-over-Effekt, dass sie ihre Sorgen und Nöte mit nach Hause nehmen.
Wie sieht denn aus Chefsicht das optimale Zuhause aus?
Es muss eine klare Trennung zwischen dem Job und dem Privatleben geben. Man muss loslassen und sich richtig ausklinken können. Sonst entsteht zusätzlicher Stress zu Hause, den man dann wieder mit in die Firma nimmt.
Es ist ohnehin besser, wenn die Chefs sich zu Hause zurückhalten. Denn die Alltagstauglichkeit nimmt ab, je höher die berufliche Position ist, oder?
Das Phänomen gibt es. Je höher ich komme, desto mehr Leute gibt es, die mir alles Mögliche abnehmen und nachtragen. Dadurch steigt auch die Gefahr, eine narzisstische, selbstherrliche Führungsfigur zu werden.
Woran liegt das?
Sie bekommen kein kritisches Feedback. Egal wie oft sie es einfordern, am Ende schlägt die Hierarchie durch. Sie hören immer nur, wie toll sie sind. Irgendwann glauben sie es dann selbst.
Die Kritik hole ich mir dann zu Hause ab?
Ja, wenn es in der Firma nicht klappt. Deswegen ist ein funktionierendes Privatleben wichtig, weil sonst alle Kontrollmechanismen fehlen. Die Ehefrau sagt ja zumindest ab und zu: Zieh mal ein neues Hemd an! Benimm dich!
Gibt es denn Führungsqualitäten, die man auch zu Hause anwenden kann?
Loben. Wenn sich jemand anstrengt und dafür Anerkennung bekommt, zahlt er es mit Zufriedenheit zurück. Das funktioniert hervorragend in der Kindererziehung. Wertschöpfung durch Wertschätzung.
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Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2010

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