Ortswechsel

Keine Scheu vor Fremdsprachen

Jeanette Villachica
Wer nach Luxemburg kommt, sollte keine Scheu vor Fremdsprachen haben. Viele Grenzgänger aus den umliegenden Ländern arbeiten im Großherzogtum. Eine bunte Mischung aus verschiedenen Sprachen und Mentalitäten machen den Reiz des kleinen Staates aus.
Luxemburg ist der zweitkleinste Staat der EUFoto: © Denis Khveshchenik - Fotolia.com
Als Björn Kurda vor neun Jahren nach Luxemburg kam, hatte er sofort "engen Kontakt zu echten Luxemburgern". Fast alle seine Kollegen waren Einheimische. Ungewöhnlich, schließlich gibt es in Luxemburg sehr viele Grenzgänger aus Frankreich, Belgien, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Deutsche sind häufig bei deutschen Banken angestellt, Spanier bei spanischen und ein Großteil der Luxemburger beim Staat. Nach einem beruflichen Wechsel organisiert der Hamburger jetzt Business Events und arbeitet mit Polen, Italienern und vielen anderen Europäern zusammen.
Im zweitkleinsten Staat der EU sind die Mieten extrem hoch, in der Metropole noch höher als im Umland, wo Kurda und seine französische Freundin wohnen. Mit dem Auto brauchen sie 15 Minuten in die City, wenn sie nicht im Stau stehen. "Das Nahverkehrsnetz ist miserabel - im Gegensatz zur Fernanbindung: In Paris ist man mit dem TGV in zwei Stunden, es gibt gute Autobahn- und Flugverbindungen." Kurda gefällt, dass er und seine Freundin ihre jeweilige Muttersprache sprechen können: "Nationalsprache ist Luxemburgisch, aber jeder hier spricht auch Französisch und Deutsch."Carola Rappe lehrt Europarecht im GroßherzogtumCarola Rappe kam aus Sachsen und fühlt sich in Luxemburg sehr wohl. Dort sind Fähigkeiten gefragt, auf die in Deutschland selten Wert gelegt werde. "Man muss mit vielen Nationalitäten auskommen, mehrsprachig arbeiten und sehr kommunikativ sein." Die 31-jährige Juristin forscht und lehrt am jungen Europainstitut der Universität."Wenn man weiß, wie die Nationalitäten ticken, und die Teams gut durchmischt, kann man die Vorteile jeder Nationalität nutzen", sagt sie. "Franzosen sind zum Beispiel sehr kreativ und kommunikativ, aber manchmal auch chaotisch." Deutsche Juristen und BWLer, die fließend Englisch und Französisch sprechen, seien in Luxemburg wegen der fundierten Ausbildung äußerst begehrt.Als Rappe 2006 als Praktikantin nach Luxemburg kam, hatte sie das Gefühl, sie sei in der Provinz gelandet. Der Eindruck relativierte sich jedoch schnell. "Luxemburg ist mit seinen 90000 Einwohnern zwar klein, aber wahnsinnig international; der Ausländeranteil in der Stadt liegt bei 60 Prozent." Und das Kulturangebot sei riesig. Stars wie die Rolling Stones oder Pink treten auf, es gibt eine Philharmonie und viele Theater.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.03.2010

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Büro-Organisation

Allgemeinbildung

Werden Sie eine Fair Company

 

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport