Sigrid Rath arbeitet seit Juli 2006 bei der aufstrebenden Qatar Airways. Die PR-Frau aus Deutschland kam, ohne die Region zu kennen, nach Doha. Heute findet sie, dass das Leben in der sich ständig verändernden Stadt süchtig macht.
Sonntagabend, ein zehnstündiger Arbeitstag geht zu Ende, in Arabien ist der Sonntag Werktag. Draußen sind es immer noch fast 50 Grad, unerträglich. Sigrid Rath braucht ein Taxi, will in ihre Wohnanlage zurück. Taxifahrten sind eher selten. In Doha hat beinahe jeder entweder einen Fahrer oder ein eigenes Auto. Und die Wohnsiedlung für wohlsituierte Ausländer ist neu, wie so vieles in Doha, es gibt noch keine Straßennamen. Es dauert fast eine Stunde bis die 32-jährige Frankfurterin endlich ein Taxi bekommt und es zum richtigen Haus lotst. Viele Fahrer sprechen schlecht Englisch und kennen sich kaum aus in der Stadt, die sich rasant wandelt.Berufliche HerausforderungSo fing es im Juli 2006 für Sigrid Rath in Doha an. "Es war eine Herausforderung zu erleben, dass für uns ganz selbstverständliche Dinge hier nicht immer funktionieren", erinnert sich die Deutsche. Die PR-Fachfrau kam, ohne die Region zu kennen, nach Doha, um als Pressereferentin bei Qatar Airways, einer stark expandierenden Fluggesellschaft, zu arbeiten. Dienstreisen zwischen Kuwait, Paris und Houston sind für sie normal. "Katar ist viel schnelllebiger als Europa. Wir sind eine junge Airline, da gibt es keine verkrusteten Strukturen."Die ganze Firma sei wie die Vereinten Nationen mit Mitarbeitern aus aller Herren Länder. "Man muss erst mal lernen, wie verschiedene Nationen ticken, da gibt es kein Hausrezept", ist ihre Erfahrung. Viele Leute seien nach europäischen Maßstäben geringer qualifiziert. "Es ist gewöhnungsbedürftig, dass man manchmal Leuten, die einem zuarbeiten, in ganz einfachem Englisch die einzelnen Arbeitsschritte erst erklären muss."Die Uhren gehen anders in Katar, "der Zeitrhythmus ist nicht europäisch, Last Minute ist hier ganz normal, das deutsche Konzept, einen Plan festzulegen und abzuarbeiten, geht hier nicht auf", musste Rath feststellen. "Davon darf man sich nicht stressen lassen." Das alles macht das Leben in Katar sehr fordernd. "Spaß im JobJob und Privates mischen sich hier oft, da ist es wichtig, dass der Job Spaß macht." Dafür teilt sie sich mit anderen eine Villa mit Pool, muss keine Steuern zahlen und verbringt freie Tage gern mit Freunden an einer Meeresbucht in der Wüste. Eigentlich wollte Rath nur ein Jahr bleiben, inzwischen sind es drei. "Katar macht süchtig, man ist hier Teil von Qatar Inc., das ist spannend."Das Tor zur AntarktisLeben und arbeiten in Pyongyang
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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