Diversity Management

Kampf um die Geschlechter

Stefanie Bilen
Immerhin hat das Unternehmen gut 90 Läden in Deutschland. Ganz im Zeichen der Zeit rücken aber verstärkt Frauen nach: Fast 50 weibliche Marktleiter-Assistenten von gut 300 gibt es heute, das ist die Vorstufe zur Marktleitung. Eine gesonderte Förderung von Frauen sieht die Personalabteilung nicht vor.Die 49-jährige Schneider-Hädecke versucht aber, Frauen zu protegieren, vorausgesetzt, die Qualifikation stimmt. Zudem hilft es, dass Baumärkte Frauen als Zielgruppe erkannt haben. Spätestens seit es Kurse speziell für Heimwerkerinnen gibt, ist die Branche stärker in die Wahrnehmung der Damen gerückt.Autoschrauber - auch diese Männerdomäne ist im Fallen. Sarah Schuhmacher hat an der TU Ilmenau studiert und arbeitet heute beim Ingenieurdienstleister Bertrandt, der auf die Automobilindustrie spezialisiert ist. Erst eineinhalb Jahre im Job schult sie schon ihre überwiegend männlichen Kollegen.Weder fachlich noch sozial fühlt sie sich fehl am Platze: "In der Pause unterhalten sich die Männer meistens über Autos. Da geht es dann um das neueste Modell von diesem oder jenem Hersteller. Oder über Fußball. Da ich mich für beides interessiere, fühle ich mich keineswegs ausgegrenzt."Arbeiten männliche Erzieher anders?Ähnlich sieht es bei Kindererziehung und Bildung aus - wenn auch mit umgedrehten Vorzeichen. Die Zeiten, in denen Altkanzler Gerhard Schröder das Thema als "Gedöns" abgetan hat, sind vorbei, und es gibt so etwas wie einen Konsens darüber, dass auch Steppkes das Anrecht auf eine ausgewogene Betreuung haben. Studiengänge für Krippenerzieher sind etabliert und so trauen sich die ersten Männer in die einst 100-prozentige Frauendomäne. FDP, Grüne und SPD haben sogar die Forderung nach mehr männlichen Erziehern in ihre Wahlprogramme geschrieben.Sven Spreckelmeyer ist einer dieser Exoten, er arbeitet im Hort einer Berliner Ganztagsschule. "Mir gefällt die Arbeit sehr, weil ich den Kindern etwas mit auf den Weg geben kann", sagt der 37-Jährige. Bei Klax fühlt sich Spreckelmeyer wohl, nicht zuletzt, weil er im Fünfer-Team zusammen mit einem weiteren Mann arbeitet. Und weil ihn die Kinder - genau so wie deren Eltern - schätzen.Antje Bostelmann, Gründerin von Klax, beobachtet interessiert, wie ihre männlichen Mitarbeiter ankommen. "Eltern finden es immer ganz toll, wenn wir auch männliche Erzieher haben. Sie glauben automatisch, dass die Männer Fußball mit ihren Kindern spielen oder Häuser bauen. Dabei sind unsere Lernziele immer dieselben."
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2009

Der jobturbo: eine suche - alle jobs

Themen im Überblick

Werden Sie eine Fair Company

Allgemeinbildung

Jetzt Neu: Die besten Vertriebsjobs

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport