Gleichgültigkeit?

Kampf für gleiche Gehälter

Claudia Obmann
So unterschrieb in den USA Barrack Obama mit dem sogenannten "Lilly Ledbetter Fair Pay Act" für rückwirkenden Lohnausgleich im Diskriminierungsfall sein erstes Gesetz als Präsident überhaupt. Frankreich schreibt vor, dass die Vergütungsunterschiede zwischen den Geschlechtern bis Ende dieses Jahres verschwunden sein müssen. Bestraft werden können Unternehmen allerdings schon seit Januar 2010, wenn sie bis dahin keinen Maßnahmenkatalog eingereicht haben.In Kanada treten Vorgaben zur Vergütungsgleichheit zwischen den Geschlechtern im nächsten Jahr in Kraft. Und in Schweden müssen Firmen mit 25 und mehr Beschäftigten alle drei Jahre eine Analyse ihrer Vergütungssituation mit Blick auf geschlechtsspezifische Unterschiede durchführen. Wer sich drückt, dem droht Bußgeld.In Deutschland soll jetzt ein kostenloses Online-Programm des Bundesfamilienministeriums für mehr Durchblick in Sachen Gehaltsgerechtigkeit bei den Chefs sorgen. Die oberste Gleichstellungsverantwortliche, Bundesministerin Kristina Schröder, wirbt eifrig für Logib-D. Das Kürzel steht für "Lohngleichheit im Betrieb - Deutschland". Damit lässt sich anonym die Entgeltstruktur eines Unternehmens analysieren. Und zwar so, dass die Höhe des durchschnittlichen Unterschieds der Monatsgehälter weiblicher und männlicher Beschäftigter für den Betrieb insgesamt sowie für einzelne Standorte aufscheint.Vertrauen ist gut - ein Gleichstellungsgesetz besser"Unterzieht sich ein Unternehmen dem Selbsttest, muss es bei einer negativen Bewertung aber noch lange nicht handeln", sagt Heide Pfarr. Sie ist Direktorin des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), und hat gerade selbst ein Prüfprogramm vorgestellt. Sie schränkt aber ein: "Auch gute Prüfverfahren nützen nichts, wenn es keinen Druck gibt, die festgestellte Diskriminierung zu beseitigen." Die WSI-Direktorin befürwortet deshalb ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft.Schulterzucken der Chefs gegenüber Anfragen aus Mitarbeiterkreisen nach Gehaltsgleichheit zwischen den Geschlechtern würde damit endgültig der Boden entzogen. Denn ganz langsam werden auch Männer wach und bemerken, dass sie sich mit ihrem bisherigen Desinteresse an transparenter Entlohnung einen Bärendienst erweisen. Karriere-Beraterin Sabine Asgodom sagt: "Schließlich ist es angesichts des Fachkräftemangels nur eine Frage der Zeit, dass auch die Gehälter von Männern auf vergleichbaren Positionen schrumpfen, wenn sich ihre auf dem Vormarsch befindlichen Kolleginnen mit einem geringeren Einkommen abspeisen lassen."GehaltsverhandlungenRecherchieren
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Dieser Artikel ist erschienen am 13.04.2010

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