Grüne Energien

Jobs in der Energiebranche

Kirstin von Elm
Volle Kraft voraus - Neue Energien im ÜberblickBiomasse 
Technologie: Biomasse ist die dominierende regenerative Energiequelle in Deutschland. Nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Raps und Holz, aber auch Bioabfälle, Gülle oder Gase steuerten 2008 rund fünf Prozent zur Strom- und sechs Prozent zur Wärmeerzeugung bei. Biokraftstoffe erreichen an der Tankstelle einen Anteil von sechs Prozent.
Perspektive: Mittelfristig dürften Sonne, Wind und Wasser der Biomasse ihre Führungsposition streitig machen. Der Anbau der Rohstoffe verbraucht viel Fläche, belastet die Umwelt durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel und gilt als Preistreiber für Nahrungsmittel wie Getreide. 
Arbeitgeber: Einen regionalen Schwerpunkt hat die mittelständisch geprägte Branche nicht. Einen Überblick bietet der Bundesverband Bioenergie unter www.bioenergie.de.
Geothermie 
Technologie: Geothermie nutzt die Wärme aus dem Erdboden. Über Erdwärmepumpen werden Gebäude beheizt, 2008 wurden über 62000 Geräte verkauft. Allerdings liegt der Beitrag zur Energieerzeugung in Deutschland derzeit erst bei rund 0,2 Prozent. Künftig soll heißes Wasser aus bis zu 5000 Metern Tiefe zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden (Tiefen-Geothermie).
Perspektive: Derzeit laufen in Deutschland erst drei Strom- und zehn Heizwerke mit Erdwärme. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2009) fördert die Bundesregierung jetzt den Ausbau und plant für 2020 bereits mit 50 Kraftwerken. 
Arbeitgeber: Geologisch geeignete Standorte gibt es vor allem in Bayern und Ostdeutschland. Der Essener Mischkonzern Evonik betreibt mehrere Geothermie-Anlagen. Zu den großen Anbietern von Wärmepumpen zählen Danfoss in Offenbach und Vaillant in Remscheid.
Solarenergie 
Technologie: Sonnenenergie liefert Strom (Photovoltaik) und Wärme (Solarthermie). Obwohl immer mehr Gebäude mit entsprechenden Anlagen ausgerüstet werden, liegt der Anteil der Sonnenenergie am gesamten Energieverbrauch in Deutschland erst bei rund einem Prozent. 
Perspektive: Die Branche beschäftigt über 73000 Mitarbeiter, dreimal so viele wie vor fünf Jahren und wächst weiter. Deutschland gilt technologisch als Weltmarktführer, leidet allerdings unter der Konkurrenz von Billigproduzenten aus China. Gefragt sind deshalb Ingenieure, die Innovationen entwickeln.
Arbeitgeber: Die Branche bietet gute Jobchancen. Allerdings setzen große, deutsche Unternehmen verstärkt auf den Bau von Solarkraftwerken im sonnigen Ausland, darunter die Erlangener Solar Millennium und die Mainzer Schott Solar. Große Ausrüster sind Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen und Solarworld in Bonn.
Wasserkraft
Technologie: Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen Wasser als Antriebsquelle. Wasserkraftwerke, bei denen aufgestautes oder aus den Bergen herabströmendes Wasser über Turbinen Stromgeneratoren antreibt, liefern weltweit etwa 16 Prozent des erzeugten Stroms. In Deutschland liegt der Anteil bei 3,5 Prozent.
Perspektive: Mit knapp 10000 Beschäftigten ist die deutsche Branche zwar vergleichsweise klein, dafür aber sehr innovativ. Ingenieure tüfteln an neuen Kraftwerkstypen, die zum Beispiel Wellen oder Gezeiten nutzen oder in Flüssen schwimmen. 
Arbeitgeber: Wasserkraft ist eine Domäne der großen Energieversorger wie der Düsseldorfer Eon, der Berliner Vattenfall, RWE Power in Essen oder EnBW in Stuttgart. Wichtiger Technologielieferant ist Voith Hydro, ein Gemeinschaftsunternehmen von Voith und Siemens mit Sitz in Heidenheim.
Windkraft
Technologie: Aus Windenergie wird Strom erzeugt. Seit 1998 hat sich die Zahl der Windparks in Deutschland von rund 6200 auf über 20000 verdreifacht. 2008 lieferten sie bereits 6,6 Prozent des deutschen Stroms.
Perspektive: Die Branche bietet Karrierechancen. Bis 2020 soll die Zahl der Beschäftigten von rund 85000 auf 120000 steigen. Zukünftig sollen, so die Pläne, riesige Windkraftanlagen im Meer entstehen. 
Arbeitgeber: Die größten Arbeitgeber sitzen in Küstennähe - Enercon in Aurich, Vestas in Husum, REpower Systems in Hamburg sowie Nordex in Norderstedt. Dazu kommt noch Fuhrländer im rheinland-pfälzischen Waigandshain.
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Dieser Artikel ist erschienen am 01.12.2009

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