Grüne Energien

Jobs in der Energiebranche

Kirstin von Elm
Zu den Karlsruher Experten, die den Menschheitstraum von einer sauberen und unerschöpflichen Energiequelle dringend realisieren wollen, gehört der 32-jährige Maschinenbau-Ingenieur Frederik Arbeiter (siehe Porträt Seite 7).Allerdings dürfte das erste Fusionskraftwerk, das mehr Energie produziert als es verbraucht, frühestens in 20 bis 30 Jahren in Betrieb gehen. Ein ebenso wichtiges Zukunftsthema wie das Erschließen alternativer Energiequellen ist das Energiesparen. Auch hier bieten sich Jobchancen für Energietechnik-Absolventen, die beispielsweise Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge, Rechenzentren oder Stromnetze auf mehr Effizienz trimmen. Zu ihnen gehört Christian Groth.Energieanlagen für Vielverbraucher
Der 30-jährige Diplom-Ingenieur hat an der Technischen Universität HamburgHarburg von 1998 bis 2004 Maschinenbau mit Schwerpunkt Energieanlagen studiert und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Institut für Mikrosystemtechnik zu Dünnschicht-Solarzellen promoviert. Seit April 2009 arbeitet er in Hamburg bei Hochtief Energy Management als Projektentwickler. Das Tochterunternehmen des Essener Baukonzerns Hochtief mit knapp 300 Mitarbeitern betreibt Energieanlagen und optimiert den Stromeinkauf für Unternehmen und Institutionen, die davon viel verbrauchen. Zu den Kunden zählen neben Produktionsbetrieben auch die Betreiber von Büroparks oder Rechenzentren, Kliniken sowie Museen und Theater.Christian Groth zum Beispiel hat sich gerade darum gekümmert, dass der Delmenhorster Fußbodenbelaghersteller Armstrong DLW künftig störungsfrei und kostengünstig mit Strom und Wärme versorgt wird. Dazu baut und betreibt Hochtief Energy Management das neue Blockheiz-Kraftwerk auf dem Firmengelände seines niedersächsischen Kunden.Die Branche bietet gute AufstiegschancenJährlich sucht der Energie-Dienstleister aus dem Ruhrgebiet etwa zehn zusätzliche Ingenieure, konzernweit sind 80 bis 90 Positionen zu vergeben. FH-Absolventen können mit einem Einstiegsgehalt von rund 38000 Euro rechnen. Wer wie Christian Groth dagegen einen Doktortitel und erste Berufserfahrung mitbringt, verdient mehr. Schnell aufsteigen kann man zudem. Der 30-Jährige ist Kommissarischer Leiter der Projektentwicklung bei Hochtief Energy Management und seit Ende August - noch nicht einmal ein halbes Jahr nach seinem Berufsstart - für das Neugeschäft verantwortlich.Nun leitet Groth ein Team von vier Ingenieuren. Die Chance dazu ergab sich durch den internen Wechsel seiner Chefin auf einen anderen Posten. "Ich habe erst mal ein Seminar zum Thema vom Kollegen zum Vorgesetzten besucht", verrät Groth. Trotz seines jungen Alters fühlt er sich seiner Aufgabe aber durchaus gewachsen, sagt er selbstbewusst. Er weiß um die Chancen, die ihm seine Branche bietet. Strom sparen oder auf grüne Alternativen umsteigen - das geht inzwischen jeden an. Dass er in absehbarer Zukunft zu wenig zu tun haben wird, ist nicht zu erwarten.

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