Grüne Energien

Jobs in der Energiebranche

Kirstin von Elm
Grafiken zu neuen EnergienFoto: © Ralph Stegmaier
Seinen Ingenieurnachwuchs bildet der Energiekonzern in einem zehnmonatigen Graduate-Programm für die zukünftigen Aufgaben im Konzern passgenau aus, eine Auslandsstation ist obligatorisch. Darüber hinaus haben bis zu 30 Masterstudenten einer relevanten Fachrichtung wie Energietechnik, Maschinenbau oder Elektrotechnik Chancen auf ein monatliches Stipendium in Höhe von 600 Euro im Rahmen des Förderprogramms Eon SupportIng Students. Auch wer nach seinem Abschluss keinen passenden Job beim Konzern in Essen findet, braucht diese Finanzspritze nicht zurückzuzahlen.
Die Einstiegsgehälter sind üppigFür den Einstieg bei einem großen Energieversorger wie Eon, RWE oder Vattenfall spricht, neben der Aussicht auf eine internationale Karriere-Stationen, auch ein überdurchschnittliches Gehalt. Vom Start weg verdienen Nachwuchsingenieure in der Energiebranche im Schnitt über 42000 Euro jährlich (siehe Grafik). Ähnlich gut bezahlt nur noch die Pharmaindustrie ihre Einsteiger. Wer als Projektmanager die fachliche Leitung übernimmt, kann durchschnittlich mit 63000 Euro rechnen, ein Teamleiter mit Personalverantwortung bringt es sogar auf im Schnitt 75000 Euro. Das zeigt eine aktuelle Gehaltsauswertung des VDI Verlags.Jobs in der Energiebranche gibt es natürlich nicht nur im Umfeld der Erneuerbaren Energien. Die Atomindustrie sucht ebenfalls Nachwuchsingenieure. Die neu gewählte Bundesregierung hat gerade den Beschluss zum Atomausstieg aus dem Jahr 2001 kassiert und will die Laufzeiten der deutschen Meiler verlängern. Europaweit sind 13 Atomkraftwerke im Bau und 17 weitere in Planung, auch aufstrebende Industrienationen wie Indien oder China wollen ihren steigenden Energiebedarf künftig mit Atomprogrammen decken und setzen dabei auf Nukleartechnik aus Europa.Der französische Areva-Konzern, nach eigenen Angaben das weltweit führende Unternehmen für Bau und Instandhaltung von Kernkraftwerken, hat in den Jahren 2008 und 2009 alleine in Deutschland jeweils über 800 Ingenieure und Techniker neu eingestellt. Weltweit beschäftigt das Atomunternehmen derzeit über 18000 Mitarbeiter, davon rund 5000 in Deutschland am Hauptsitz Erlangen und an vier weiteren Standorten. Auch für 2010 liegt die Zahl der geplanten Neueinstellungen wieder bei rund 800. "Kernkraftwerke sind im Prinzip auch nur große Maschinen. Daher suchen wir in erster Linie dieselben hoch qualifizierten Ingenieure und Techniker wie andere High-Tech-Unternehmen auch", sagt Tim Hanneforth. Er ist Leiter Talent Sourcing bei Areva in Erlangen.Gute Chancen haben neben Energietechnik-Absolventen auch Ingenieure für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Bau- und Elektroingenieure, Physiker, Chemiker oder Werkstoff- und Materialwissenschaftler. Branchenkenntnisse, speziell im Bereich Kraftwerkstechnik oder Kerntechnik, seien willkommen und sinnvoll, aber laut Hanneforth nicht für alle Stellen erforderlich.Spezielle Ausbildung für Kerntechnik
Die nötige kerntechnische Expertise vermittelt das Unternehmen notfalls auch selbst. Am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) hat der Konzern gerade die Areva Nuclear Professional School ins Leben gerufen, wo künftig jährlich rund zehn Maschinenbau-Ingenieure eine zwei- bis dreijährige Vollzeitausbildung zum Atomexperten durchlaufen.Das KIT, 2009 aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe hervorgegangen, will sich als führendes Energieforschungszentrum Europas etablieren. 1100 Mitarbeiter beschäftigen sich unter anderem mit Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Kernenergie und Reaktorsicherheit sowie der noch in den Kinderschuhen steckenden Fusionstechnologie.Im Gegensatz zur etablierten Kerntechnik, bei der Atomkerne im Reaktor gespalten werden, produziert die Fusionstechnologie Energie, indem Atomkerne verschmolzen werden. Anders als in Atomkraftwerken entsteht dabei kaum radioaktiver Müll und statt des seltenen Urans kommt nahezu unbegrenzt verfügbarer Wasserstoff zum Einsatz.

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