Grüne Energien

Jobs in der Energiebranche

Kirstin von Elm
Die Mehrzahl der Studiengänge im Bereich der Erneuerbaren Energien sind deshalb auch eher auf grüne Klassiker wie Sonne, Wind oder Biomasse ausgerichtet. Im Vergleich zum Wintersemester 2007/2008 ist das Angebot nach Angaben des Wissenschaftsladens Bonn von 144 auf über 260 Studiengänge im aktuellen Wintersemester stark gestiegen, davon führen rund 60 Prozent zu einem Bachelor- und 40 Prozent zu einem Mastertitel: "Die Hochschulen haben auf die Nachfrage der Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien deutlich reagiert", sagt Theo Bühler, Experte beim Wissenschaftsladen Bonn.Einen konsekutiven Master in Windenergietechnik bieten beispielsweise die Fachhochschule Flensburg und die Universität Hannover an. An den Fachhochschulen Hildesheim, Hannover und Weihenstephan oder den Universitäten Cottbus, Kassel sowie an der TU München gibt es die Möglichkeit, das Masterstudium auf nachwachsende Rohstoffe und Biomasse auszurichten. Masterstudiengänge mit einem Schwerpunkt auf Solartechnik haben unter anderem die Technischen Universitäten Berlin und München, die Universität Kiel (Material Science and Engineering) sowie die TU Bergakademie Freiberg (Photovoltaische Materialien) aufgelegt.Gerade auf die Besetzung der Professuren sollte geachtet werden"Wenn jemand schon weiß, dass er später in die Photovoltaik, die Bioenergie oder die Geothermie will, dann sollte er ruhig auch ein so speziell ausgerichtetes Studienangebot wählen", sagt Theo Bühler. Der Bildungsexperte rät Studenten allerdings vorab zu prüfen, ob Professuren und Dozentenstellen an der Hochschule ihrer Wahl auch wirklich vollständig und mit fachlich ausgewiesenen Experten besetzt sind - nach Angaben Bühlers leider keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Außerdem sollte die Hochschule möglichst eng mit Unternehmen kooperieren, um mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt zu halten und für ihre Studenten einen glatten Berufseinstieg zu gewährleisten.Das gilt auch für berufsbegleitende Fern- und Weiterbildungsstudiengänge, die mittlerweile immer mehr Hochschulen anbieten, darunter beispielsweise die TU Berlin mit dem englischsprachigen Masterstudiengang Global Production Engineering for Solar Technology oder die Akademie für Erneuerbare Energien Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen mit ihrem Masterstudiengang Erneuerbare Energien.Ingenieure, die karrieretechnisch gerne im grünen Bereich bleiben möchten, haben aber keineswegs nur bei jungen Technologieunternehmen Chancen auf einen nachhaltigen Job. Auch die großen Energieversorger haben das Thema Erneuerbare Energien mittlerweile entdeckt. So bündelt beispielsweise Eon, mit einem Umsatz von 87 Milliarden Euro das größte private Energieunternehmen der Welt, seine Aktivitäten rund um grüne Energie im Geschäftsbereich Eon Climate and Renewables.Rund 70 Mitarbeiter sind in der Konzernzentrale in Düsseldorf damit beschäftigt, den Anteil regenerativer Energien am Konzernumsatz voranzutreiben. Bis zum Jahr 2030 soll sich der Anteil des Ökostroms an der produzierten Gesamtleistung von derzeit 13 auf 36 Prozent nahezu verdreifachen. Rund sechs Milliarden Euro will der deutsche Energieriese investieren, unter anderem in Zukunftstechnologien wie das weltgrößte Gezeitenkraftwerk, das derzeit vor der englischen Küste entsteht.Die internationalen Forderungen sind kaum zu erfüllenBesonders in der Windenergie will der deutsche Konzern künftig in der ersten Liga mitspielen, wittert man doch Riesenumsätze. Denn weltweit setzen viele Regierungen wie die deutsche auf den Bau von Windparks: "Bis 2020 müsste alle 25 Minuten eine Windturbine errichtet werden, um die internationalen Wachstumsziele zu erreichen", sagt Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender von Eon Climate & Renewables.Entsprechend gefragt sind bei Eon derzeit Ingenieure für die Planung und den Bau von Windparks an Land und auf See (Offshore). Auch Absolventen sind willkommen, immer vorausgesetzt, sie bringen eine gute Portion Kommunikationstalent, Wirtschaftswissen, juristisches Verständnis und Fähigkeiten im Projektmanagement mit. Denn in der Entwicklungsphase eines Windparks müssen sich Ingenieure eventuell auch angemessen mit Landbesitzern, Behördenvertretern oder Technikern auseinander setzen können.

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