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Jobchancen bei den "Hidden Champions"
Kleinere Beratungen können Unternehmen längerfristig begleiten
Häufig begleiten kleinere Beratungen ihre Kunden über mehrere Monate bei der Umsetzung. „Bei den Tagessätzen, die die Top-Beratungen verlangen, können sich das nur wenige Unternehmen leisten. Daher arbeiten die Großen im Bereich der Umsetzung häufig nicht so langfristig mit.“ Als sehr umsetzungsorientiert gilt etwa die 200 Mitarbeiter große Beratung J&M aus Mannheim. Deren Berater sind nicht nur kaufmännisch fit, sondern alle auch IT-Experten. So können sie etwa die Software ihrer Kunden gleich auf die optimierten Lieferketten und Prozesse umstellen. Sie suchen in diesem Jahr 20 bis 25 (Young) Professionals, vorwiegend mit IT- uns SAP-Hintergrund.
Die Hidden Champions sind vielfach näher am Kunden. „Sie beraten in der Regel kleine und mittelständische Unternehmen und nehmen bewusst Managementaufgaben wahr“, erklärt Richter. „Das heißt, sie checken zum Beispiel Angebote oder führen Verhandlungen mit Stakeholdern.“ Und ganz wichtig: Die meisten sehen sich nicht als Karrieresprungbrett, denn für sie ist es ein Kraftakt, neue Mitarbeiter zu integrieren und aufzubauen. Auch wenn das Entwicklungspotenzial zum Partner fehlt, ist nicht gleich alles verloren. Das berüchtigte „Up-or-Out- Prinzip“ der Global Player, das verlangt, dass man den Aufstieg schafft oder sonst fliegt, ist weniger stark ausgeprägt.
Markus Ellerbrake, 35: Gestalten statt mitlaufen
Nach mehreren Jahren als Entwickler und Berater bei SAP fasste Markus Ellerbrake in seiner Elternzeit, zwischen dem Wechseln von Windeln und dem Singen von Gute-Nacht-Liedern, einen Entschluss: „Ich will etwas Neues!“ Gesagt, getan: Für einen internen Wechsel bei SAP sah der 35-Jährige bei Einstellungsstopp und Sparprogramm wenig Chancen, und so machte er sich auf die Suche nach einem neuen Job. Ende 2008, mitten in der Wirtschaftskrise, nicht gerade der beste Zeitpunkt, wie er schnell merkte. „Anfangs war ich offen für alles“, erzählt der Diplom-Mathematiker. „Aber eigentlich gab es nur noch Beraterjobs auf dem Arbeitsmarkt.“ Glück für ihn, dass er sich eine Beratung als zukünftigen Arbeitgeber sehr gut vorstellen konnte.
Letztlich hatte Ellerbrake sogar zwei Angebote auf dem Tisch: eins von einem großen Top Strategen und eins von Consileon, einer sehr viel kleineren, in erster Linie auf Banken und Versicherungen spezialisierten Beratung in Karlsruhe. „Es war bis zuletzt ein sehr knappes Rennen. Ich würde sagen, die Entscheidung ist 51 zu 49 gefallen“, erzählt er. Er verzichtete auf das höhere Gehalt und den berühmten Namen im Lebenslauf und stieg im Juli als Projektleiter bei Consileon ein. „Mir war es wichtig, meine Ideen langfristig einbringen und den Erfolg der Beratung aktiv mitgestalten zu können“, sagt er.
Als kleines Rädchen im großen Getriebe eines Top-Strategen, so ist er sich auch jetzt noch sicher, hätte er diesen Wunsch nicht so leicht umsetzen können. Bei Consileon ist Ellerbrake nicht einer von tausenden, sondern einer von 130 Beratern. Laut Consileon-Gründer und Geschäftsführer Joachim Schü gilt in seinem Unternehmen das Motto: Du hast eine gute Idee? Fein, dann probier‘ sie aus! „Wir haben schon viele erfolgreiche Ballons fliegen lassen – ein paar sind natürlich auch abgestürzt“, sagt er und lacht.
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7 Kommentare zu “Jobchancen bei den "Hidden Champions"”



